Erzielte den dritten Treffer gegen DSC Wanne-Eickel: Sebastian WesterhoffAm Samstag noch traf sich DSC-Coach Klaus Berge zur Aussprache mit den unzufriedenen Fans, kaum 24 Stunden später waren all die Worte nur noch Makulatur.


Nicht zuletzt, weil seine Schützlinge keine Taten folgen ließen. Fast eine Stunde lang hielten die Hausherren die Null, kamen durch den in diesen Situationen unbewachten Tim Dosedal sogar zu zwei Großchancen (24., 33.), die der fleißige Wühler aber kläglich vergab. „Da muss einfach ein Tor fallen“, vermisste Berge die Effizienz in einer Phase der Partie, in der seine Mannschaft tonangebend war und sich über Oktan Güney mehrfach gefährlich vor das Tor der Gäste kombinierte.


Belohnt aber haben sich die Berge-Schützlinge nicht, und das wurde im zweiten Durchgang eiskalt bestraft. Stefan Oerterer wackelte Daniel Bertram aus und traf zum 0:1 (57.), der DSC brach kollektiv zusammen.

Dosedal traf aus kurzer Distanz nur den Pfosten (59.), und das Spiel in der Mondpalast-Arena entwickelte sich zu einem glatten Gang für die Erkenschwicker, die vor Selbstvertrauen strotzten. Allen voran: Stefan Oerterer. Die Abseitsfalle des DSC versagt, Oerterer traf zum vorentscheidenden 0:2 (64.) in bester Billard-Manier, indem er DSC-Keeper Tobias Ritz erst anschoss, und den Abpraller selbst in die Maschen lenkte.
Kurios sollte auch das 0:3 fallen. Sebastian Westerhoff brachte den Ball mit einem Befreiungsschlag an den gegnerischen Strafraum, Martin Setzke behauptete das Leder kurz, bevor Westerhoff nach einem 50-Meter-Sprint selbst aus spitzem Winkel traf. Gegenwehr? Fehlanzeige! „Wir wussten, dass wir unsere Räume irgendwann bekommen“, erklärte Erkenschwicks Trainer Magnus Niemöller. „Kompliment an die Mannschaft, die das eiskalt ausgenutzt hat.“

Apropos eiskalt: Nach Vorarbeit von Setzke markierte Oerterer das 0:4 (84.) und schnürte seinen Dreierpack - zum Entsetzen von Klaus Berge: „Wenn man unsere Stürmer mit einem Oerterer oder Westerhoff vergleicht, da gibt es einfach Unterschiede.“ Es wird langsam ungemütlich für Berge.

Wanne-Eickel: Ritz – Bertram (85. Schulz), Franken, Gökcek, Cakiroglu – Güney, Talarek (86. Bazylin), Aydin, Viran (58. Krawietz) – Dosedal, Jubt.
Erkenschwick: Müller – Basile, Brüggenkamp, Eisen, Sawatzki – Ostdorf, Menne (76. Siwek), Kilian, Westerhoff – Oerterer (87. Batman), Setzke (86. Glembotzki).
Tore: 0:1 Oerterer (57.), 0:2 Oerterer (64.), 0:3 Westerhoff (83.), 0:4 Oerterer (85.).
Zuschauer: 331.
Schiedsrichter: Lars Lehmann (Schwerte).

Stimmen zum Spiel:

Tayfun Cakiroglu, der sich nach dem Abpfiff noch ein Handgemenge mit seinem Mitspieler Sebastian Stemmer lieferte, war bedient: „In der zweiten Halbzeit brechen wir einfach zusammen. Es lief nach dem 0:1 nichts mehr, und das kann ich nicht nachvollziehen.“

Die Luft wird langsam dünner, zumal mit Hordel und Wattenscheid direkt zwei weitere dicke Brocken auf den DSC warten. Der ehemalige türkische Jugend-Nationalspieler setzt auf das Prinzip Hoffnung. „Wir müssen an die Leistung aus der ersten Halbzeit anknüpfen. Der Tabellenplatz spiegelt nicht das wider, was diese Mannschaft kann.“

Über Erkenschwick hingegen rollt eine wahre Euphoriewelle. Der Dreifach-Torschütze Stefan Oerterer: „Nach dem ersten Tor haben wir uns in einen Rausch gespielt, es hat einfach alles funktioniert. Die Fans sind richtig mitgegangen, das war einfach geil!“

„Obwohl die Mannschaft jung ist, war sie heute routinierter“, lobte Erkenschwicks Trainer Niemöller die Geduld seiner Schützlinge und das sicht- und spürbare Selbstvertrauen: „Am Freitag habe ich noch gesagt, über einen Punkt aus Wanne wäre ich glücklich. Die Jungs haben mich angeguckt, als wäre ich bekloppt.“

„Wir haben einfach nicht die Stabilität, um einen Rückschlag wegzustecken. Ein Gegentor, und alles bricht wie ein Kartenhaus zusammen“, ärgerte sich DSC-Coach Berge.

Christian Pozo y Tamayo/ RevierSport

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