huber_lotharEine etwas andere Art der Spielvorbereitung wählte Sprockhövels Trainer Lothar Huber, um seine Schützlinge auf das Duell gegen den Tabellenzweiten aus Erkenschwick einzustimmen.


Nach einem kurzen Anschwitzen am Mittag ging es in die benachbarte Turnhalle, wo die Mannschaft beim gemeinsamen Mittagsschlaf zu Kräften kommen sollte.

Schiedsrichter: Armin Hurek (Bochum)„Das war dann wohl ein Schuss in den Ofen“, gab der erfahrene Trainer nach der Partie zu. Die Erkenschwicker jedenfalls waren von der ersten Sekunde an hellwach, die Hintermannschaft der Hausherren kurz nach dem Anpfiff schläfrig: Kapitän Raoul Meister unterschätzte eine Flanke aus dem rechten Halbfeld, Stefan Oerterer (3.) bedankte sich auf seine Art und schob das Leder gewohnt kaltschnäuzig in die Maschen.

„Das Tor hat uns natürlich in die Karten gespielt“, bilanzierte Klaus Maßmann, Assistent von Magnus Niemöller, der sich aus wichtigen, familiären Gründen vertreten lassen musste. Maßmann weiter: „Wir wollten defensiv gut arbeiten und unsere Stärken im Umschaltspiel nutzen.“

Das gelang der Spielvereinigung über weite Strecken, es waren die Schützlinge von Lothar Huber, die das Spiel bestimmen sollten. „Aber wir erspielen uns zu wenige Torchancen. Das ist eine Frage der Einstellung, und ohne die entsprechende Leidenschaft und Moral haben wir unter den ersten Sechs einfach nichts zu suchen“, haderte Huber mit seinem Team, das in der Tat zu wenig Torgefahr ausstrahlte.

Bezeichnend eine Situation kurz vor dem Seitenwechsel: Xhino Kadiu legte nach einer sehenswerten Kombination und einem starken Pass in die Tiefe aus kurzer Distanz ab, statt selbst den Abschluss zu suchen - Ferhat Uelker hob den Ball übers Tor. Huber: „Da sind wir zu naiv. Ein Westerhoff haut dir so ein Ding in die Maschen, das ist einfach der Unterschied.“

Was die angesprochene Nummer 10 der Spielvereinigung in der 81. Minute eindrucksvoll unter Beweis stellte. Der eingewechselte Hakan Gültekin verfiel in Sekundenschlaf und fabrizierte einen katastrophalen Fehlpass, Sebastian Westerhoff erlief den Ball hellwach und sorgte für den 0:2-Endstand. Und dafür, dass Huber auf das gemeinsame Nickerchen in Zukunft wohl verzichten wird.

TSG Sprockhövel: Knieps – Schulz, R. Meister, A. Meister, Grobri – Greitemann, Wasilewski (77. Gültekin) – Kadiu (77. Aydin), Canbulut, Balaika – Uelker (62. Yesilova)
SpVgg Erkenschwick: Götz – Ostdorf, Basile, Eisen, Kokot – Menne, Kilian – Rosenkranz, Westerhoff (87. Brüggenkamp), Glembotzki (70, Setzke) – Oerterer (89. Weißfloh)
Tore: 0:1 Oerterer (3.), 0:2 Westerhoff (81.)
Zuschauer: 250

Stimmen zum Spiel:

Das erste Tor nehme ich klar auf meine Kappe“, zeigte Innenverteidiger Raoul Meister nach dem Spiel Charakter. Kritische Worte an seinen Vorderleuten sparte sich der Kapitän der TSG: „Wenn man solche Tore verschuldet, sollte man besser die Klappe halten.“

Nils Eisen ging natürlich wesentlich gelassener mit dem Spielverlauf um: „Wir haben in den richtigen Momenten getroffen“, analysierte der Kapitän der Spielvereinigung, die mit 13 Punkten aus den letzten fünf Spielen ganz klar Kurs in Richtung Oberliga hält: „Platz eins war nie unser Maßstab. So, wie es im Moment läuft, können wir alle hochzufrieden sein.“

Sprockhövel hingegen hat im Kampf um den Aufstieg Federn gelassen. Hätte man die vier Zähler wegen der fehlenden Spielberechtigung von Berkant Canbulut nicht am grünen Tisch verloren, würde man in der entscheidenden Saisonphase auf Platz drei rangieren. „Ganz ehrlich, ab und zu rechnet man noch nach“, gibt auch Raoul Meister zu, „aber wir können nichts dran ändern. Auch wenn das Rechenspiel weh tut.“

Christian Pozo y Tamayo

Zum Seitenanfang