Aufstiegsfeier in Wickede. Foto ReviersportBereits nach 30 Minuten skandierten die rund 200 mitgereisten Anhänger der Spvgg. Erkenschwick im Wickeder Pappelstadion: „Oberliga, Oberliga, hey, hey, hey.“


Und das völlig zu Recht. Denn da lag ihre Elf durch Treffer von Sebastian Westerhoff (13.) und des überragenden Stefan Oerterer bereits mit 2:0 Toren vorne (25.). Doch nicht nur das Ergebnis ließ die Anhänger der Schwarzroten solch kühne These aufstellen.

Vielmehr war es die Art und Weise wie die Jungs von Magnus Niemöller gegen einen völlig überforderten Gastgeber Fußball zelebrierten. Aggressives Forechecking, schnelle und schnörkellose Kombinationen und ein Angriffsduo, das in der Liga seines gleichen sucht, ließen auch den neutralen Zuschauer mit der Zunge schnalzen. Denn mit zwei Stück hatten die Gäste noch lange nicht genug. Sie entwickelten derart viel Druck, dass sogar dem normalerweise eiskalten Wickeder Manndecker Marcel Städter ein Eigentor unterlief (41.), bevor „Ö“ mit seinem zweiten Tor noch vor der Pause den Aufstieg endgültig unter Dach und Fach brachte(45.).

Ein völlig entsetzter Marko Schott wechselte zur Halbzeit gleich dreifach. Einzig die Wirkung verpuffte. Es spielte weiter nur eine Mannschaft. Die Konsequenz: Das 0:5 – Oerteres dritter Treffer an diesem Tag (47.) – und das 0:6 durch seinen kongenialen Partner Alexander „Glembo“ Glembotzki (50.).
„Das war free games dowload einfach nur desolat heute“, bilanzierte Marko Schott anschließend. Doch als es dann nach „zweistellig“ roch, schalteten die Gäste zwei Gänge zurück und ließen so zwei Treffer für die Heimelf durch Miguel Moreira (74.) und Christian Fröse zu, bevor die verdiente Aufstiegs-Sektdusche folgte.

Wickede: Wylczoch – Kohl, Didion, Städter – Bunk, Höse (46. Richter), Schymanietz (46. Fröse), Toetz (46. Seelig), Lipki, Zwahr – Moreira.
Erkenschwick: Götz – Basile, Kokot (63. Kokot), Eisen, Ostdorf – Kilian, Menne, Westerhoff, Rosenkranz (73. Weißfloh) – Oerterer, Glembotzki (56. Batman).
Tore: 0:1 Westerhoff (13.), 0:2, 0:4, 0:5 Oerterer (25. FE, 45., 47.), 0:3 Städter (41. Eigentor), 0:6 Glembotzki (50.), 1:6 Moreira (74. FE), 2:6 Fröse (78.).
Schiedsrichter: Dennis Melsa (Hattingen).
Zuschauer: 600

Stimmen zum Spiel:

Magnus Niemöller wollte gar nichts zu der Partie sagen, sondern zog gleich ein Saisonfazit: "Ich bin so stolz auf die Mannschaft, wie man nur stolz auf seine Mannschaft sein kann. Was hier in der Saison abgegangen ist, ist unglaublich. Zumal wir vor der Runde nicht wussten, was uns erwartet. Aber es gibt in der Klasse keine Mannschaft, die so schnell umschaltet, so dominantes Pressing spielt und so sehr unbedingt gewinnen will, wie wir. Unser Motto lautete nicht ‚Ein gutes Pferd springt nur so hoch, wie es muss‘, sondern ‚Ein gutes Pferd springt so hoch, wie es kann‘."

Abwehrchef Nils Eisen fand trotz toller Offensivleistung noch ein Haar in der Suppe: "Natürlich will ich möglichst zu Null spielen, ärgere mich daher auch über die zwei unnötigen Gegentreffer. Dennoch überwiegt natürlich jetzt die Freude über den Aufstieg."

Nix zu meckern hatte hingegen Kreativ-Chef Sebastian Westerhoff: "Wir wussten, dass Wickede eine unbequeme Mannschaft sein kann. Daher wollten wir ihnen von Anfang an den Schneid abkaufen. Das ist uns geglückt. Danach haben wir tollen Fußball gespielt. Ich hoffe, dass wir so zusammenbleiben, dann wartet eine geile Oberliga-Saison auf uns."

Dass seine Mannschaft dort nichts zu suchen hat, gab Wickedes Kapitän Sebstian Didion zu: "Wir hatten uns so viel vorgenommen und liefern dann solch einen peinlichen Auftritt ab. Da müssen wir uns mal wieder bei den Fans für entschuldigen. Das war nicht mal Verbandsliga-tauglich."
Nils Heimann

Zum Seitenanfang