Scherbenhaufen für Trainer Magnus Niemöller.

Magnus Niemöller stand nach der Partie gegen den BV Brambauer vor einem Scherbenhaufen, und das im wahrsten Sinne des Wortes.


Das hatte nichts mit dem sportlichen Abschneiden seiner Spielvereinigung gegen erschreckend schwache Gäste aus Lünen zu tun, Unbekannte hatten sich während der Partie am Auto des Erkenschwicker Trainers zu Schaffen gemacht, die Scheibe der Beifahrertür eingeschlagen und das Navigationssystem gestohlen. Ein Stimmungskiller nach der starken Vorstellung seiner Schützlinge, die den BV Brambauer verdient mit 5:0 (3:0) auf die kurze Heimreise schickten.

Apropos Scherbenhaufen: Auch Brambauers Coach Marcus Reis war nach der Demontage seiner Mannschaft alles andere als gut aufgelegt: „Ich kenne das so nicht von meinen Jungs. Wir sind nach 35 Minuten einfach auseinandergebrochen, es fehlte an Geschlossenheit. Und an Willen“, bilanzierte der Trainer, merklich geknickt.

Zu diesem Zeitpunkt stand es bereits 1:0. Alexander Glembotzki (30.) nutzte einen Stellungsfehler des Keepers Florian Fischer und lupfte den Ball ins verlassene Tor. Spätestens nach dem kläglich vergebenen Foulelfmeter von Brambauers Kapitän Daniel Schaffer (36.), Nils Eisen brachte Marcel Marino zu Fall, brachen alle Dämme.

Sebastian Westerhoff, erneut das Maß aller Dinge im Mittelfeld der Erkenschwicker, holte gegen Rasit Cobuloglu nicht nur den nächsten Foulelfmeter heraus (41.), sondern verwandelte diesen auch sicher. Mit dem Pausenpfiff erhöhte Stefan Oerterer (45.) sogar noch auf 3:0, das Spiel war früh entschieden. „Danach haben wir es runtergespielt und so gut wie nichts mehr zugelassen“, erklärte Niemöller, der einen enorm einseitigen zweiten Durchgang sah.

Oerterer machte kurzen Prozess, setzte vier Minuten nach dem Seitenwechsel Westerhoff ein und bereitete das 4:0 vor, sorgte acht Minuten später sogar selbst für den 5:0-Endstand. „Einfach klasse, wie die Mannschaft sich selbst wieder in die Spur kämpft. Vor zwei Wochen waren wir noch Patient auf der Intensivstation, jetzt können wir das Krankenhaus wieder verlassen“, so die Diagnose des Erkenschwicker Trainers, der sich über zehn Punkte aus den letzten vier Partien freuen und langsam aber sicher für die Oberliga planen darf.

SpVgg Erkenschwick: Götz - Kokot, Basile, Eisen, Sawatzki (72. Weißfloh) - Menne, Kilian - Rosenkranz (62. Ostdorf), Westerhoff, Glembotzki (62. Batman) - Oerterer
BV Brambauer: Fischer - Botta (70. Poczkaj), Hübner, Cobuloglu, Kalan - Köse (33. Marino), Schaffer - Neumann, Hanke, Dördelmann - Nitsche (46. Schajor)
Tore: 1:0 Glembotzki (30.), 2:0 Westerhoff (41. FE), 3:0 Oerterer (45.), 4:0 Westerhoff (49.), 5:0 Oerterer (57.)
Bes. Vorkommnisse: Götz hält Foulelfmeter gegen Schaffer (36.)
Zuschauer: 280
Schiedsrichter: Bastian Börner (Iserlohn)

Splitter und Stimmen zum Spiel:
Brambauers Kapitän Daniel Schaffer, der mit seinem verschossenen Elfmeter den möglichen Ausgleich vergab, war nach dem Spiel kaum zu trösten: „Das ist ganz bitter. Mach ich das Dingen rein, läuft das Spiel vielleicht anders. Aber das darf keine Entschuldigung dafür sein, dass wir kurz darauf so einbrechen.“

„Vielleicht läuft das Spiel anders, wenn Brambauer zum Ausgleich kommt. Aber unterm Strich war dieser Sieg auch in der Höhe verdient“, bilanzierte Doppeltorschütze Sebastian Westerhoff. Die Spielvereinigung ist in Spiellaune, und der Aufstieg in die Oberliga wohl nur noch Formsache: „Nach dem schwachen Start in die Rückrunde haben wir uns richtig gefangen und treffen auch endlich wieder“, so die Nummer 10 der Erkenschwicker.

Anders sieht es bei den Gästen aus, dort geht der Blick nach unten. Personell ohnehin arg gebeutelt, füllte sich auch nach dem Spiel am Stimberg weiter das Lazarett in Lünen: Angreifer Thorsten Nitsche musste zur Halbzeit raus, weil er sich das Knie leicht verdrehte. Seinen Mannschaftskollegen Kerem Kalan erwischte es aber wohl noch schlimmer, er knickte nach einem Luftduell um und musste mit einem stark geschwollenen Sprunggelenk vom Platz. Die Schlussviertelstunde absolvierten die Lüner in Unterzahl.

Der Auto-Einbruch bei Magnus Niemöller ist übrigens kein Einzelfall. „Das ist das achte oder neunte Mal, dass sich jemand während des Trainings oder des Spiels an den Autos zu schaffen macht. Die Polizei unternimmt nichts“, fluchte der Trainer der Spielvereinigung.

Christian Pozo y Tamayo

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