dsc wanne-eickelWer sagt, dass der Siegerpokal des Hertener Mitternachtscups bei der frisch absolvierten, sechsten Auflage, wieder nach Herne ging, sollte vorsichtig sein.Es war nämlich nicht der SC Westfalia, Gewinner der beiden letzten Auflagen, sondern der DSC Wanne-Eickel, der sich in der Nacht zum 31. Dezember den Turniersieg schnappte.


1:0 hieß es im Finale gegen den SC Hassel, noch mehr als den Siegtorschützen Turgul Aydin feierten die Schwarz-Gelben jedoch Tobias Ritz, der Sekunden vor Schluss den Hand-Neunmeter von Tim Woberschal pariert hatte – und schließlich auch zum besten Torwart des Turniers gekürt wurde. „Wir haben eigentlich schon dreimal im Bus gesessen“, räumte DSC-Trainer Klaus Berge ein, hatte sich seine Mannschaft doch eher durch das Turnier „gemogelt“. Ähnliches galt für den SC Hassel, die Gelsenkirchener ließen aber aufhorchen, als sie den Favoriten Wattenscheid 09 zur Strecke brachten.

Der Debütant hatte die Gruppenphase noch beherrscht, schließlich musste der zahlreich angereiste Anhang der SG sich aber mit dem Viertelfinal-Aus abfinden. Die Stimmung in der Rosa-Parks-Schule war auch danach noch prächtig. Über 1.000 Zuschauer waren wieder der Einladung der Turnierorganisatoren der DJK Spvgg Herten gefolgt, in den Silvestertag mit Hallenfußball vom Feinsten hineinzufeiern.

Werner Wisotzki – der 1. Vorsitzender der Gastgeber hatte nach der Auslosung „eine Kerze angezündet“, damit der Wettergott im Gegensatz zum Vorjahr ein Einsehen hatte – konnte sich jedenfalls nur bedanken. „Wir haben eine überaus spannendes Turnier gesehen“, meinte er um etwa 0.15 Uhr, als sich die Halbfinalisten zur Siegerehrung aufgestellt hatten.

Feierabend war aber auch noch nicht, als alle Pokale und Preisgelder ihre neuen Besitzer gefunden hatten. Auf der „Players Disco-Night“ wurde bis in die frühen Morgenstunden weitergetanzt.


Stimmen und Splitter zum Turnier


Die offizielle Begrüßung begann mit einer Entschuldigung. „Tut mir leid, liebe Gäste, dass Sie so lange warten mussten“, lautete Werner Wisotzkis Anspielung auf den Ausfall des Turniers im Vorjahr.

„Mehr geht nicht!“, lautete zufriedene Fazit von Chef-Organisator Thorsten Gringel: „Die Halle ist bis auf den letzten Platz gefüllt.“

Dass „mehr nicht geht“, galt sicher auch für Wanne-Eickels Elfmeter-Killer und Matchwinner Tobias Ritz, der sich über die Auszeichnung zum besten Torhüter freute: „Die Ehre ist insofern etwas Besonderes, da sie so unverhofft kam. Es war ja gar nicht vorgesehen, dass ich ständig spiele.“

Ritz‘ Co-Trainer Zouhair Allali hingegen musste sich ein paar nicht ganz ernst gemeinte Sprüche gefallen lassen. Schließlich hatte er bei der Gruppenauslosung als „Glücksfee“ fungiert – und seine Serie fortsetzt: Bisher hat Allali bei allen Teilnahmen den Kick-mit-Schmidt-Mitternachtscup gewonnen, egal mit welcher Mannschaft!

Vielleicht sollte Horst Darmstädter solch einen Erfolgsgaranten mal zu Badeweiher lotsen, wartet der VfB Hüls doch weiterhin vergebens auf den ganz großen Coup. VfB-Boss Darmstädter hatte es vor dem Viertelfinale gegen Erkenschwick schon kommen sehen, kündigte aber an 2012 den nächsten Anlauf zu machen und „Durst mitzubringen“.

Apropos Erkenschwick: Die Stimberger hatten die wohl größte und lautstärkste Fangruppe mitgebracht. Der Wechselgesang von Wanne-Eickel-Anhängern und Hassel-Fans beim Finale kam im Vergleich dazu eher putzig daher.

Bei den Wattenscheidern herrschte zumindest bis zum überraschenden Aus gute Stimmung – so auch bei David Zajas, der Cheftrainer André Pawlak vertrat und sein Team lobte: „Man merkt den Jungs an, dass sie richtig Spaß haben. Der Spaß sollte ja auch im Vordergrund stehen, aber sie sind auch mit Ehrgeiz bei der Sache gewesen.“

Gleiches galt für Blau-Weiß Westfalia Langenbochum, die sich unter Wert geschlagen fühlten. „Zumindest in den Spielen gegen Wattenscheid und Herne war es ganz okay, da haben wir gar nicht so schlecht ausgesehen“, meinte Trainer Karsten Quante. „Schade, dass wir kein Tor geschossen haben.“

Das gelang dem SC Hassel immerhin zehn Mal. „Wir haben uns im Turnierverlauf gesteigert“, lautete die Erklärung von Trainer Michael Schrank für das gute Abschneiden des Landesligisten.

Ganz ähnlich war die Bilanz aus Sicht des TSV Marl-Hüls. „Wenn man bedenkt, dass wir noch fünf, sechs Spieler aus der zweiten Mannschaft dabei haben, muss man unsere Ausbeute noch höher einschätzen“, gab Stefan Zepanski zu Protokoll. Vom Vorurteil, dass ein Zwei-Meter-Riese wie er in der Halle nicht gut aufgehoben ist, wollte er nichts wissen – und außerdem „muss ja auch einer die Abwehrarbeit machen.“

Elmar Redemann

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