allali zouhair 3Wenn in Erkenschwick etwas immer gleich war“, sagt Zouhair Allali und bemüht sich gar nicht darum, die Aussage blumig zu formulieren, „dann, dass sich alle immer den Arsch aufgerissen haben.“ Der Kraftausdruck sei dem Trainer der Spvgg. Erkenschwick gegönnt. Hinter ihm liegen zweieinhalb Monate, die Kraft und Nerven gekostet haben. Angefangen mit der „kuriosen Situation“, wie der 34-Jährige sagt, in der er sich im Juni plötzlich gesehen habe, als er den Posten von Ex-Trainer Magnus Niemöller übernommen hatte. Da stand gerade fest, dass auch das Gros der Mannschaft den Verein verlassen würde. Tim Oberwahrenbrock und David Sawatzki waren die einzigen Spieler, die aus dem Team, das in der Vorsaison Vizemeister geworden war, bei den „Schwickern“ bleiben wollten.

15 Spieler haben Oberliga-Format

Mittlerweile kann Allali aus einem Arsenal von 29 Spielern schöpfen. 24 davon gehören zum Kader, der nun für den Klub die Kohlen aus dem Feuer holen soll. Gut 70 Gespräche hat er dafür geführt. Das übersteigt den Schnitt einer üblichen Vorbereitung. „Normalerweise muss ein bisschen justieren. Wir haben alles neu aufgebaut“, sagt der Deutsch-Marokkaner.

Bei der Zusammenstellung lag das Hauptaugenmerk darauf, Spieler zu verpflichten, die einander nicht unbekannt waren. So lotsten Allali und Andreas Giehl, 2. Vorsitzender am Stimberg und in die Kaderplanung einbezogen, ein Trio aus der U19 von Wattenscheid 09. Mit Gerard Lubkoll (17), Janik Bröcker (18) und Fürkan Saritas (18) stoßen damit drei junge Talente zum Team. Hingegen führt Dennis Kosarski mit seinen 28 Lenzen die interne Altersliste an.

Dass die „Schwicker“ jedoch Quantität statt Qualität geholt haben, will Allali nicht so stehen lassen. „15 Spieler passen vom Format in die Oberliga“, beschreibt er die Struktur und erklärt, woher die zentralen Sorgen kommen: „in der Breite sind wir vielleicht im Gegensatz zur Liga-Konkurrenz nicht so gut aufgestellt. Aber das wird sich geben.“

Als „Monster-Aufgabe“ beschreibt er das Projekt, in das sich die Verantwortlichen gestürzt haben. Die ersten Meilensteine hat er dabei schon definiert: „Wir wollen zuerst unser erstes Tor schießen, dann zu Null spielen, dann das erste Spiel gewinnen.“ Allali weiß, dass ihm und der Mannschaft alle Zeit gegeben wird. „Wir sind für alle doch eh schon abgestiegen“, sagt er mit einem Schulterzucken.

Gespräch mit den Fans

Verein, Spieler und Fans wissen um die Besonderheit im Jubiläumsjahr, das im Spiel gegen den BVB Mitte Juli seinen Höhepunkt hatte. Um den Anhängern der Schwarz-Roten die Situation nahe zu bringen, organisierte die Vereinsführung extra ein Gespräch. In dem wurden die Fanklubs über die Lage der Mannschaft aufgeklärt. „Sie haben uns die Unterstützung zugesichert. Wir wissen, dass sie mit uns geduldig sein werden“, erzählt Allali. Etwas anderes bleibt (fast) gar nicht übrig. Vor der Spielvereinigung liegt die spannendste und gleichzeitig schwierigste Saison der Vereinsgeschichte.

Aber: wenn sich am Stimberg in den vergangenen 100 Jahren eins nicht verändert hat, dann ist das, dass sich alle den A... aufreißen.

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