Obel Mundt 2Königsblaues Ruhrpottmonster! Bei diesem Wortspiel muss Andre Oberlin selbst lachen. Denn der langjährige Vorsitzende der Schwarz-Roten Ruhrpottmonster ist (auch) ein Schalker. Das stimmt“, lacht Oberlin. Die Schwarz-Roten Ruhrpottmonster sind einer von vier Fanklubs des ehemaligen Zweitligisten SpVgg Erkenschwick. Oberlin ist zugleich Fanbeauftragter des Traditionsklubs. Am Samstagabend steigt für ihn das Spiel des Jahres, wenn die Königsblauen zum Freundschaftspiel beim Westfalenligisten antreten.

 

 „Das ist natürlich immer etwas Besonderes, wenn meine beiden Vereine gegeneinander spielen“, gibt er zu. Deswegen sei der Puls bei ihm auch noch mal einen Tick höher als genau vor einem Jahr, als der BVB am Stimberg zu Gast war. „Wegen der gemeinsamen Bergbauvergangenheit ist die Verbundenheit mit den Knappen in Oer-Erkenschwick traditionell ohnehin höher, als mit den Schwarz-Gelben“, erklärt er.

“ Wegen der gemeinsamen Bergbauvergangenheit ist die Verbundenheit mit den Knappen in Oer-Erkenschwick traditionell ohnehin höher, als mit den Schwarz-Gelben Andre Oberlin”

Gerade viele der älteren Erkenschwicker könnten sich deshalb eher mit dem S04 identifizieren. „Wir haben die gleichen Wurzeln und sind uns von der Mentalität und dem Zugehörigkeitsgefühl näher als dem BVB.“ Dennoch sei es überragend, dass sich beide Vereine immer wieder für den Traditionsverein engagieren. „Das rechnen wir ihnen hoch an“, betont Oberlin.

Ohnehin hat er noch gar nicht so richtig Zeit gefunden, um sich auf den alten Oberliga-West-Klassiker einzustimmen. Seit Beginn der Woche ist er mit 80 freiwilligen Helfern im Einsatz, um die Logistik für die Veranstaltung zu stemmen. „Wir haben das Problem, dass einige Parkplätze im Innenstadtbereich nicht nutzbar sind. Deshalb wird es einen Shuttle-Service vom Schwimmbad Maritimo geben“, erklärt der 48-Jährige. „Damit alles funktioniert, werden wir noch am Spieltag 300 Hinweisschilder in und um Oer-Erkenschwick für ein Verkehrsleitsystem aufhängen.“

Am Samstag werden laut Oberlin um das Spiel herum 100 Ordner und Verkäufer im Einsatz sein. „6.000 bis 7.000 Zuschauer werden erwartet“, berichtet Oberlin. Über 3.000 Tickets wurden bereits im Vorverkauf abgesetzt, die Sitztribüne ist ausverkauft. Wenn es gut läuft und das Wetter mitspielt, könne man vielleicht sogar an der Marke des BVB-Spiels zum 100. Jubiläum vor einem Jahr kratzen. Damals waren mehr als 7.500 Zuschauer im Stadion. „Damals hatten wir auch sehr viele Besucher aus dem Sauerland“, erinnert er sich.

Oberlin selbst wird man am Samstag in den Vereinsfarben der SpVgg Erkenschwick im Stadion sehen. „Ich habe mich in Schalke verliebt, als der S04 am 09. Oktober 1976 mit 7:0 bei Bayern München gewonnen hat“, erinnert er sich. „Aber bei mir gilt ganz klar die 50+1-Regel. Die eine Hälfte meiner Fußballleidenschaft gehört Schalke, aber für den Verein aus meiner Heimatstadt schlägt es noch einen Prozentpunkt mehr.“

Deswegen sei es für ihn auch keine Frage der SpVgg Erkenschwick nach dem Abstieg in die Westfalenliga treu zu bleiben. „Das ist ja unabhängig von der Ligazugehörigkeit. Ich wechsele meinen Verein ja nicht wie ein Hemd“, nickt er. „Wir haben zwar eine kleine Fanszene, aber dafür eine sehr treue und stabile. Daran wird sich auch eine Etage tiefer nichts ändern.“ Heim- und Auswärtsspiel sind für ihn Pflicht. Nach Schalke könne er deswegen nur noch selten ins Stadion. „Aber im Herzen bin ich immer dabei“, sagt er.

von Stefan Bunse / RevierSport

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