schlake poster kleinEs waren nicht ganz so viele Zuschauer, wie vor exakt einem Jahr gegen Borussia Dortmund. Damals kamen 7.500 Fans in den altehrwürdigen Erkenschwicker Stimberg, um den BVB zu sehen. 5.187 Zuschauer spülten beim 1:9 (0:3) gegen den FC Schalke 04 dennoch eine schöne Summe Geld in die Kassen der SpVgg Erkenschwick. Und als vor dem Spiel von einer Kapelle das Steigerlied gespielt wurde, wurde manchem der Besucher sogar ganz warm ums Herz. Fußball-Nostalgie pur.

 

Vor allem die älteren Besucher dachten sicherlich an die vielen Duelle, die sich die beiden Bergbau-Teams in der Oberliga West geliefert haben. Unvergessen in Oer-Erkenschwick bis heute, als „Jule“ Ludorf den Königsblauen 1947 durch seinen Treffer beim 1:2-Erfolg in der Glückauf-Kampfbahn die erste Pflichtspiel-Heimniederlage nach dem Zweiten Weltkrieg beibrachte. Doch das ist lange her.

Die Realität ist eine andere. Nach dem Abstieg in die Westfalenliga steht die SpVgg Erkenschwick in der sechsten Liga erneut vor einem Neuaufbau. Wie bereits im vergangenen Jahr, das nach dem Abgang der nahezu gesamten Mannschaft mit dem Abstieg in die Westfalenliga endete, stehen die „Schwicker“ erneut vor einem Umbruch. Doch in dieser Saison soll der erneute Abstieg ins Bodenlose unbedingt vermieden werden. „Wir können und wollen deshalb noch gar nichts zu den Saisonzielen sagen. Wir müssen erst mal zu uns finden. Die Vorbereitung geht ja nach dem Schalke-Spiel erst jetzt so richtig los. Auf jeden Fall ist ein ganz klares Ziel, dass wir nicht absteigen“, legt sich Erkenschwicks Trainer Zouhair Allali fest.

Sein Kapitän David Sawatzki pflichtet ihm bei: „Es ist schwer zu sagen, wo wir stehen. Im letzten Jahr sind wir klar und deutlich runter gegangen. Wir haben auch in diesem Jahr wieder sehr viele Spieler dazu bekommen. Deswegen müssen wir mal schauen. Aber es sind gute Jungs dabei, auch etablierte Spieler.“ Das Spiel gegen den Bundesligisten sei da keine große Hilfe bei der Standortbestimmung gewesen: „Wir müssen mal abwarten, wie die Vorbereitung gegen Mannschaften läuft, die gleichwertig sind. Gegen Schalke haben wir es in der ersten Halbzeit ganz gut gemacht. In der zweiten Halbzeit sind wir dann irgendwann eingebrochen. Aber das war klar, wir haben gar nicht die Kondition, um da mitzuhalten. Dann sieht das irgendwann so aus.“

Auch Allali hatte Verständnis für das königsblaue Scheibenschießen in der zweiten Hälfte: „Wir hatten acht, neun A-Jugendliche dabei, die natürlich alle unbedingt gegen Schalke 04 auch mal spielen wollten. Dass dann die Tore fallen, muss man akzeptieren.“ Immerhin schaffte sein Team in der 77. Minute den Ehrentreffer durch Sascha Drepper und hielt das Ergebnis im einstelligen Bereich. „Alles gut“, lachte Allali. „Es hat ganz viel Spaß gemacht. Die Schalker Spieler waren sehr sympathisch und haben sich hier zum Anfassen präsentiert. Das war eine ganz tolle Geschichte für uns.“

Sawatzki freute sich vor allem über den mentalen Schub, den so ein Spiel gegen die Profis gerade bei den jungen Spielern auslösen kann: „Wir hatten das ja im letzten Jahr schon gegen Dortmund. Es ist echt einmalig in unserer Klasse, solche Spiele mitzunehmen. Das vergisst man nicht und das hat man auch nicht oft in seiner kleinen Karriere, wenn man im Amateurbereich spielt.“ Ab Sonntag gilt die Konzentration dann aber Gegnern wie Concordia Wiemelhausen oder dem Holzwickeder SC.

Stefan Bunse / RevierSport

Zum Seitenanfang