naldo gegen erkenschwickKleiner Mann ganz groß! Eine Woche nach seinem 18. Geburtstag war für Erkenschwicks Sascha Drepper schon wieder Bescherung. In der zweiten Halbzeit eingewechselt, erzielte der Stürmer aus der U19 der SpVgg Erkenschwick beim 1:9 (0:3) im Testspiel gegen den FC Schalke 04 in der 77. Minute den umjubelten Ehrentreffer für die Hausherren. Und der hat Folgen: „Da wird eine Kiste Bier fällig“, entschied Erkenschwicks Trainer Zouhair Allali noch auf dem Platz. „Klar muss er einen geben. Das wird teuer, daran kommt er nicht vorbei“, lachte auch Kapitän David Sawatzki. 

 

  Foto: Stefan Bunse

Vielleicht hat er ja noch Geburtstagsgeld übrig, auf jeden Fall ist die „Kohle“ gut angelegt. Denn diesen Samstag wir der Schüler noch lange in Erinnerung behalten. Gerade einmal hatte er am Freitag mit dem Team trainiert, dann schlug der treffsichere Goalgetter gegen Alexander Nübel zu. „Vorher hatte es „Lefti“ (Eleftherios Ilias, die Red.) zweimal versucht, ich habe dann den Nachschuss einfach rein gemacht“, erinnerte sich Drepper anschließend an seine Heldentat. Die Aussagen kann er sich schon mal für seine Enkel auf CD oder den USB-Stick brennen lassen. Denn sobald wird er keine Gelegenheit mehr bekommen, einen Treffer gegen einen Bundesligisten zu erzielen: „Das war ein geiles Gefühl, das werde ich auf jeden Fall niemals vergessen“, schwärmte er anschließend.

Ein Schalke-Fan ist er nicht. „Ich habe gar keinen Lieblingsverein in der Bundesliga. Mein Klub ist der FC Barcelona, vor allem natürlich wegen Messi“, erklärte er. Aber das war ihm egal. Denn der Treffer wird dennoch Folgen für ihn haben. Nicht nur, dass er nach Spielende einen Glückwunschmarathon entgegen nehmen durfte, er wird künftig des Öfteren eine Chance bekommen, sich in der Senioren-Westfalenliga zu zeigen. „Das war eine ganz tolle Geschichte für ihn. Ich gönne ihm das sehr“, reihte sich Allali in den Chor der Gratulanten ein. „Er spielt in der kommenden Saison primär in der A-Jugend. Aber wir werden ihn beobachten und er wird immer wieder bei uns mittrainieren und vielleicht auch mal bei uns auflaufen.“

Eiskalte Torschützen werden eben überall gesucht. Dass sein Treffer gegen die Königsblauen kein Zufall war, davon zeugen 17 Tore in 20 Spielen in seiner ersten Saison in der A-Junioren-Landesliga im vergangenen Jahr.

Damit ist er auf dem Platz deutlich forscher als daneben. Denn bei der Jagd nach den Trikots der Profis ging Drepper anschließend leer aus. Das hat einen einfachen Grund: „Ich habe gar nicht gefragt. Ich habe mich nicht getraut. Ich war zu schüchtern“, schaute er dem Treiben ehrfürchtig zu. Aber dafür hat er ja auch ein Andenken, das viel mehr zählt und um das ihn alle Mannschaftskameraden beneiden.

„Dass ich gegen den S04 überhaupt dabei sein durfte, war überragend“ betont er. Mit der SpVgg Erkenschwick hat er noch etwas vor. „Ich denke, der ganze Verein muss sich jetzt erst einmal stabilisieren. Aber mittelfristig möchte ich mithelfen, dass wir wieder den Aufstieg zurück in die Oberliga anpeilen können.“

von Stefan Bunse / RevierSport

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