hildwein thomas 05Die SpVgg Erkenschwick verliert das Derby gegen den TuS 05 Sinsen zu Hause mit 2:4 (0:1). Der Oberliga-Aufstieg ist damit vom Tisch. Bei Sinsen sorgt das für Schadenfreude. Auch nach Abpfiff war kein Ende der Sticheleien in Sicht. Der Trainer des TuS 05 Sinsen Thomas Sliwa machte sich in Oer-Erkenschwick sicherlich keine Freunde, als er sich nach dem Sieg bei der Spielvereinigung Erkenschwick beim Anhang des Gastgebers dafür bedankte, seine Spieler durchgehend angestachelt zu haben. Abschließend fügte er noch hinzu, dass sein Team momentan ohnehin nicht zu schlagen sei.

Sein Gegenüber Rene Lewejohann nahm die Sticheleien zur Kenntnis und kommentierte das Ganze trotz der Niederlage etwas neutraler: "Ich habe mich daran gewöhnt, auf solche Aussagen nicht zu antworten, darauf gehe ich nicht ein." Dass die Innenwelt von Lewejohann nach der bitteren 2:4 (0:1)-Pleite im Derby gegen Sinsen anders aussah, davon ist auszugehen.

“ Ich habe mich daran gewöhnt, auf solche Aussagen nicht zu antworten. Rene Lewejohann”

Dabei hatte das Spiel alles zu bieten, was der Fußball entbehren kann. Fouls und Diskussionen auf beiden Seiten, Karten in beiden Farben und am Ende sogar sechs Tore, die die Zuschauer am Stimberg mal mehr mal weniger bejubelten.

Nach all dem sah es in der ersten Halbzeit aber zunächst nicht aus. Beide Mannschaften wirkten träge und hatten nach vorne wenig Ideen. Dennoch fand der Gastgeber als erstes den Weg zum und sogar ins Tor, doch der Treffer von Ibrahim Erdem wurde wegen gefährlichen Spiels nicht gegeben (13. Minute). Während die Erkenschwicker noch haderten, wachte Sinsen auf und ging durch Dominique Temming in Führung (20.). Weitere Chancen ließen die 05er in der ersten Halbzeit ungenutzt.                         

In der zweiten Halbzeit ging es dann Schlag auf Schlag. Zunächst erhöhte Temming nach einer Ecke auf 0:2 (53.). Angestachelt davon verkürzte Erkenschwick im Gegenzug durch Bernad Gllogjani, der aus fünf Metern verwandelte (55.). Ein Durchschnaufen gab es in dieser Phase für die Mannschaften nicht, beide spielten mit offenem Visier. Wiederum war es Temming der Sinsen nach gut einer Stunde erneut belohnte. Nach einer Flanke von der linken Außenbahn nahm der Stürmer den Ball unbedrängt im Strafraum an, ließ den Torwart mit einem Haken aussteigen und erzielte sein drittes Tor an diesem Nachmittag.

Für Ruhe sorgte das aber nicht, im Gegenteil. Sinsens Dennis Adamczok sah für ein Handspiel auf der Linie Rot, den anschließenden Elfmeter verwandelte Ridvan Avci, der ebenfalls sein zweites Tor des Tages erzielte (65.). Die zahlenmäßige Überlegenheit konnte Erkenschwick am Ende aber nicht nutzen. Die Angriffe blieben an diesem Tag zu ideenlos. Am Ende erhöhte Egzon Kadrija nach einem Konter sogar noch auf 2:4 (77.).

Am Ende war es für die Spielvereinigung ein gebrauchter Tag. Nach der dritten Niederlage in Folge hat es sich mit dem Aufstieg ausgeträumt. Beim Nachbarn aus Sinsen dürfte das die Stimmung sogar noch weiter verbessert haben.

von Marco Hintermüller / Reviersport

Zum Seitenanfang