froelich stefanDiese Partie war in der letzten Saison Lippstadts Initialzündung. Seit der Niederlage gegen Erkenschwick in der Hinrunde hat der SV kein Spiel mehr verloren. Und ganz vorsichtig lässt Lippstadts neuer Trainer Stefan Fröhlich, der Daniel Farke nach der letzten Serie abgelöst hat, durchblicken, dass es die 08er mit der Mannschaft von Magnus Niemöller nicht besonders gern aufnehmen: "Da wäre die Serie fast gerissen. Wir haben erst in der Nachspielzeit den Ausgleich erzielt." Der 29-Jährige kann sich an die letzte Saison noch gut erinnern. Schließlich war er als Co-Trainer Farkes "rechte Hand".

 

Etwas mehr als ein Jahr nach dem Abstieg aus der Regionalliga ist der Traditionsverein nahezu vollständig umgekrempelt worden. Torjäger Lars Schröder, Verteidiger Nils Köhler und Offensiv-Mann Arda Nebi - in der letzten Saison noch Stützen der Mannschaft - haben Lippstadt verlassen. Dennoch ist die Fröhlich-Elf deutlich besser in die Saison gestartet. Ein Indiz dafür, dass die Abgänge mindestens kompensiert wurden? "Offensiv tun wir uns immer noch sehr schwer", winkt Fröhlich gleich ab und verweist auf die Spiele gegen Schermbeck, Stadtlohn und Roland Beckum: "Da haben wir jeweils nur ein Tor geschossen."

  Obschon erst vier Spiele absolviert wurden, hat der Linienchef ausgemacht, "dass wir vorne an Durchschlagskraft verloren haben." Die gute Defensive übertünche diesen Schönheitsfleck jedoch. "Die Mannschaft tritt insgesamt sehr geschlossen auf", resümiert der Coach. Dazu kommt, dass seine Spieler immer noch die Euphorie-Welle der vergangenen Saison reiten. "Das und auch die Veränderungen, die ein neuer Trainer vornimmt, bringen immer frischen Wind in eine Mannschaft. Das funktioniert bisher sehr gut", weiß Fröhlich.

Das eigentliche Faustpfand, bestätigt der junge Coach, sei jedoch ohnehin die eigene Fanszene. "In Stadtlohn wurden wir bis zur 93. Minute überragend unterstützt", erinnert er sich. Dass der Reisemob auch im Stimbergstadion in großer Zahl vertreten sein wird, ist so sicher wie das Amen in der Kirche.

Dort, in Erkenschwick, kennen sie sich mit hohen Besucherzahlen bestens aus. Schließlich war die Bude bereits am ersten Spieltag rappelvoll. Die 1.500 Zuschauer aus der Eröffnungspartie gegen Aufsteiger TSV Marl-Hüls wird die Partie gegen Lippstadt nicht übertrumpfen.

 Obgleich ein Besuch sich allmählich sicher lohnt. "Erkenschwick kommt traditionell immer etwas schwerfälliger in die Saison", kennt Fröhlich den nächsten Kontrahenten. Dass die SpVgg. am 34. Spieltag im Mittelfeld der Liga rangieren wird - daran glauben weder er noch die "Schwicker" selbst. "Eine starke Mannschaft, die daran anknüpfen wird, wo sie in der letzten Saison aufgehört haben."

Und Fröhlich könnte auf kurz oder lang ganz bestimmt mit einer Niederlage bei der Niemöller-Elf leben. Wenn denn jemand die Garantie gäbe, dass der SVL wieder so eine grandiose Serie hinlegt.

Von Dominik Hamers / RevierSport

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