dieckmann manuelDie Messlatte lag hoch: Zehn Tore boten der FC Eintracht Rheine und Erkenschwick beim Aufeinandertreffen im April (5:5). Fünf Monate später fiel während der 90 Minuten nur ein Treffer, über den sich der FC Eintracht Rheine als 1:0 (0:0)-Sieger freuen durfte. Trotz der Tor-Diät durften sich die 538 Zuschauer jedoch keineswegs über fußballerische Magerkost beklagen. Denn auf dem Spielfeld ging es ordentlich zur Sache, zwar nicht immer mit der ligaangemessenen Präzision, aber jederzeit hoch emotional.

 

    

Uwe Laurenz hatte sein Personal kräftig durcheinander gewirbelt. Mit Timo Scherping, Christopher Thomassen und Christian Bußmann ließ er drei ausgewiesene Torjäger früherer Tage auf der Bank und wählte mit Rafael Figueiredo als Mittelstürmer eine neue Variante. Außerdem durften Omar Guetat (offensiv) und Christoph Maug (defensiv) auf der linken Seite beginnen. Dafür begann Nils Woltering nach langer Zeit wieder an der Seite von Manuel Dieckmann im defensiven Mittelfeld, was als wiederholenswerter Versuch durchging.

Denn nach starkem Auftakt der Erkenschwicker war es vor allem dieses Duo, das die Spielvereinigung mit dem Bremsfallschirm einfing. Als der FCE nach rund 30 Minuten mehr Zugriff auf die Partie bekam, hätte er sich über einen Rückstand nicht beschweren dürfen. Die spieltechnisch starken Gäste drückten dem ersten Abschnitt ihren Stempel auf.

Stefan Oerterer, mit drei Toren am Vorsonntag gegen Arminia Bielefeld 2 erfolgreich, gab den ersten Warnschuss ab: Sein Freistoß aus 20 Metern klatschte an den Außenpfosten (14.). Dann tauchte der 33-Tore-Mann der Vorsaison frei vor Andre Epker auf, der die Nerven behielt und spätestens in dieser Szene seinen Patzer aus dem Derby in Neuenkirchen korrigiert hatte (19.). Unter Mithilfe von Julius Hölscher bewahrte Epker seine Elf auch nach 23 Minuten vor Schlimmeren, als beide den Schuss von Nils Eisen blockten.

Mit Glück und Geschick überstand der FCE diese Sturm- und Drangphase. Nach feiner Vorarbeit von Guetat kam die Eintracht selbst zu Chancen: Erst scheiterte Maug aus kurzer Distanz, dann setzte Figueiredo den Nachschuss am langen Pfosten vorbei (29.). Hölscher versuchte sich fünf Minuten später, bekam mit dem linken Bein aber keinen Druck hinter den Ball.

Mit Blickrichtung auf die Tribüne lief das FCE-Spiel nach der Pause flotter. Dieckmann und Woltering steigerten ihre Zweikampfbilanz erheblich, was die Erkenschwicker zunehmend zermürbte. Allerdings waren flüssige Kombinationen Mangelware. Spätestens nach vier Anspielstationen landete der Ball im Aus, beim Gegner oder aber ein Spieler wälzte sich schreiend am Boden. Nicht immer berechtigt. Der Delsen als Theater für großes Drama.

Mit dem eingewechselten Timo Scherping bekam das Angriffspiel eine neue Note. Der ehemalige Cloppenburger bediente an der rechten Seite Philip Fontein, der einige Schritte lief und dann den zentral lauernden Dieckmann mitnahm. Rheines bester Torschütze der vergangenen Serie lief zentral auf das Gästetor zu, ignorierte zwei seitliche Anspielstationen und suchte das Dribbling durch die Mitte. Mit Erfolg: Nachdem er zwei Gegner umkurvt hatte, schob er unter Marcel Müller eiskalt zum 1:0 ein (64.).

Scherping hätte noch erhöhen können (67.), während auf der Gegenseite Christopher Weißfloh nur das Außennetz traf (87.).

„Das war eine unnötige Niederlage“, vermisste SpVgg-Trainer Magnus Niemöller eine strengere Regelauslegung durch den Schiedsrichter. Uwe Laurenz auf Rheiner Seite freute sich: „Wir wussten, was für ein dickes Brett wir bohren müssen. Wir hatten heute mehr individuelle Stärke im defensiven Mittelfeld.“

Von Dirk Möllers

Quelle: Münsterländische Volkszeitung

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