laurenz uwe2Aus FCE-Sicht gab es nichts Neues im Waldstadion. Wie in der Vorsaison verlor der Rheiner Oberligist das Derby, nach dem 3:2 vor einigen Monaten hieß es diesmal am Ende 1:0 für den SuS. „Es ist, wie es ist. Wir müssen den Kopf freibekommen“, sagt Trainer Uwe Laurenz mit Blick auf den nächsten Gegner. Der heißt SpVgg Erkenschwick und weckt Erinnerungen an das spektakulärste Fußballspiel der gerade vergangenen Meisterschaft. Diese beiden „Schützenfestkönige“ treffen nun wieder aufeinander. Anstoß ist morgen um 15 Uhr in der Rheiner Obi-Arena.

Vor exakt fünf Monaten lieferten beide Teams am 6. April einen fast epochalen Fußballkrimi ab. Am Ende stand ein 5:5-Unentschieden, wobei der FCE eine 3:0-Führung hergab, andererseits nach einem 4:5-Rückstand immerhin noch zurückkam und einen Punkt ergatterte.

    

 

Nach drei Spieltagen ist die Bilanz beider Kontrahenten exakt identisch. Jeweils ein Sieg, eine Niederlage und ein Unentschieden (3:3 Tore) verorteten Rheine wie Erkenschwick ins Tabellen-Mittelfeld. Mit jeweils vier Punkten ist die Spitzengruppe um Erndtebrück und Roland Beckum zwar noch in Sichtweite, aber schon etwas entrückt. „Hätten wir in Neuenkirchen einen Punkt geholt, würde ich den Saisonstart als ausgeglichen bezeichnen“, vermisst Laurenz momentan den letzten Punch: „Wir brauchen mehr Aggressivität und Gier im Strafraum.“ Der Hinweis geht in erster Linie an sein Offensivpersonal. Drei Mal begann bislang Timo Scherping als „Neuner“, wartet aber ebenso wie die Kollegen Christian Bußmann und Christopher Thomassen noch auf das erste Saisontor.

Laurenz nennt keine Namen, sagt aber deutlich: „Wir müssen im Leistungsbild immer so zwei, drei Leute mitschleppen. Mit dem, was bei uns verbesserungswürdig ist, könnte ich ein kleines Reclamheft füllen“. Was nichts anderes heißt, als dass mehrere Akteure noch gehörig Luft nach oben haben. Dabei ist der Kader personell gut aufgestellt. Nur Philipp Brüggemeyer (Rotsperre) fällt am Sonntag aus, alle anderen Akteure sind fit. Erfreut registrierte Uwe Laurenz die Rückkehr von Christoph Maug, der gegen die zweikampfstarken Erkenschwicker ein Trumpf sein könnte. Möglicherweise kehrt der 22-Jährige auf seine angestammte Position als Linksverteidiger zurück, wodurch Nils Woltering für das defensive Mittelfeld frei wäre. Torhüter Alexander Noack sollte eigentlich in der 2. Mannschaft Praxis sammeln, bleibt aufgrund der Rotsperre von Marvin Wiesmann nun aber auf der Bank der „Ersten“. Trotz seines Fehlers beim entscheidenden Tor in Neuenkirchen bleibt Epker als Nummer eins unumstritten. Sein Trainer weiß, warum: „Ich behaupte, Eppi ist der beste Fußballertorwart der Klasse.“

Die SpVgg Erkenschwick fuhr am vergangenen Sonntag mit 3:2 über Arminia Bielefeld 2 den ersten Saisonsieg ein. Nachdem die ersten beiden Partien ohne eigenen Treffer endeten, markierte der Vorjahres-Dritte nun die ersten drei Saisontreffer. In Stefan Oerterer zeichnete der Torschützenkönig der abgelaufenen Saison höchstselbst für die ersten Treffer der Stimberger verantwortlich. Zwar kann Oerterer nicht mehr auf die „Zulieferdienste“ von Sebastian Westerhoff (zum TSV Marl-Hüls) zählen, wird aber nun von Janos Bluhm, David Sawatzki oder Christopher Weißfloh bedient. Insgesamt verfügt Trainer Magnus Niemöller über einen eingespielten Kader, dem im Saisonverlauf erneut einiges zuzutrauen ist.

„Erkenschwick hat ein gnadenlos gutes Jahr gespielt“, lobt Laurenz den Gegner, der von Teambetreuer Daniel Hallmann zwei Mal beobachtet wurde.

Von Dirk Möllers

Quelle: Münsterländische Volkszeitung

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