laurenz uweMit einem ganz besonderen Gegner bekommt es der FC Eintracht Rheine am Sonntag zu tun. Nicht nur die Tatsache, dass die SpVgg Erkenschwick als Tabellenzweiter attraktiven Oberligafußball garantiert, lohnt am Sonntag den Besuch in der Obi-Arena (Anstoß 15 Uhr). Nein, die Stimberg-Truppe ist aus mehreren Gründen eine Bereicherung für die Liga. Der spektakuläre 8:5-Sieg über Gütersloh schlug über die Landesgrenzen hinaus Wellen, zeigte aber auch die defensive Verwundbarkeit der Spielvereinigung.

In der Winterpause setzte Trainer Magnus Niemöller hier den Hebel an und vollzog eine kleine Taktikänderung: „Ich habe gesagt, dass wir nicht immer solch´ ein Offensivspektakel aufführen müssen.“ 

   

Seitdem hat sich die Defensive auf hohem Niveau stabilisiert. In den sieben Rückrundenspielen kassierte die Mannschaft erst drei Gegentore. Vergangenen Sonntag gab es auf dem heimischen Kunstrasenplatz einen 1:0-Sieg gegen Heven. Kapitän und Kopf der Mannschaft ist Sebastian Westerhoff. Ein klassischer „Zehner“ mit vielen Freiheiten, dessen Torkonto mit 16 Treffern ordentliche Ausmaße besitzt. Noch „dicker“ kommt allerdings Stefan Oerterer daher, dessen 20 Saisontore den Liga-Spitzenwert bedeuten.

Des einen Freud´, des anderen Leid. Beim FCE herrscht in Sachen Stürmertore etwas Tristesse. Bester „Knipser“ der Laurenz-Elf ist mit Manuel Dieckmann inzwischen ein defensiver Mittelfeldspieler. Von den Angreifern zeigte sich zuletzt Tobias Schütte-Bruns beim 2:1 in Hüls erfolgreich, aber der 26-Jährige hütet meistens die Bank. Ein Problem, das Trainer Uwe Laurenz sehr wohl auf dem Schirm hat: „Das ist ausbaufähig. Wir geben den Ballbesitz vorne zu schnell weg, und müssen viel konsequenter werden.“ Die Schwäche sei ein Trainingsthema, an dem gearbeitet werde. Andererseits sind 38 Tore aus 24 Spielen auch kein Wert, der zum Wehklagen veranlasst.

Zumal gegen Erkenschwick sowieso kein Schützenfest zu erwarten ist. „Die spielen eine gnadenlos gute Saison. Überragend, was die abliefern“, findet Laurenz anerkennende Worte für die Saison der SpVgg. Gegen Heven brachte Niemöller sogar einige Akteure, die sonst nicht zur ersten Garde gehören. Eine Situation, die man beim FCE ebenfalls gerne hätte.

Nach wie vor fallen mit Nils Woltering, Marcus Meinigmann, Stefan Seiler, Daniel Hallmann und Tobias Göttlich aber fünf Kräfte aus. „Wenn fünf Leute fehlen, wird es schwierig. Aber das ist nichts, was man nicht schon erlebt hat“, lamentiert Laurenz nicht, sondern stellt sich den Gegebenheiten. Bei Woltering deutet sich immerhin in den nächsten Wochen ein Comeback an.

Ärgerlich: Ausberechnet jetzt droht mit Julius Hölscher die Stammkraft auf der rechten Seite auszufallen. Der 20-Jährige laboriert nach einem Tritt im Ahlen-Spiel an Knöchelproblemen und konnte in dieser Woche nicht trainieren. Sein Einsatz ist so gut wie unmöglich. Als Ersatz bietet sich Christopher Thomassen an, bisher meistens als Mittelstürmer eingesetzt. Auch Christian Biermann wäre eine Möglichkeit.

Von Dirk Möllers (Münsterländische Volkszeitung)

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