scherning daniel23:1 gegen Erkenschwick, die Erfolgsserie von Arminias U23 geht weiter: Es hätte so ein schöner, sonniger Nachmittag an der Bielefelder Rußheide sein können, wenn da die Schlussphase nicht gewesen wäre.

 

       

Arminias Profi Pascal Testroet, der seinen Aushilfsjob in der Oberliga mit dem Treffer zur 1:0-Führung (13.) erfolgreich eingeläutet hatte, wurde in der 84. Minute zur tragischen Figur, als er mit glatt »Rot« vom Platz flog. Nach einem Zweikampf mit Erkenschwicks Davide Basile ging dieser zu Boden, Schiedsrichter Cetin Sevinc zückte zum Entsetzen aller Bielefelder die Rote Karte. »Ich habe nichts gemacht. Der ist mir von hinten in die Schulter gelaufen«, versicherte Testroet während seines vorzeitigen Abgangs in Richtung Tribüne. Auch Arminias U23-Trainer Daniel Scherning zeigte keinerlei Verständnis für die Entscheidung des Schiedsrichters, der die Aktion als Tätlichkeit wertete, was eine mehrwöchige Sperre zur Folge hat. »Das war niemals Rot. Alle habe das gesehen, nur der Schiedsrichter nicht«, schimpfte Scherning und bekam sogar Unterstützung von Spvgg.-Coach Magnus Niemöller: »Das war keine Rote Karte. Das habe ich dem Schiedsrichter auch gesagt.« Zu allem Überfluss blieb es nicht nur bei dem Platzverweis gegen Testroet. Liridon Redjepi regte sich dermaßen über die Entscheidung des Referees auf, dass er sich wegen Meckerns auch noch die »Ampelkarte« einhandelte (85.).

Am Ende in doppelter Unterzahl

So musste Arminias U23 ein Spiel, das sie in der ersten Halbzeit klar kontrolliert hatte, am Ende in doppelter Unterzahl überstehen und damit teuer bezahlen. »Die beiden Platzverweise tun natürlich weh«, meinte Bashkim Renneke, einer von vier Spielern aus dem Profikader neben Testroet, Jonas Strifler und Marco Hober. Renneke hatte sein ganz persönliches Glanzlicht ebenfalls in der ersten Halbzeit. In Minute 24 startete er ein Super-Solo, lief allen davon, um dann noch die Kraft und die Übersicht zu haben, um sich die Kugel auf den rechten Fuß zu legen und aus zwölf Metern mit einem platzierten Flachschuss abzuschließen – 3:0. Für das 2:0 hatte Almir Kasumovic gesorgt (14.), als er nach Zuspiel von Redjepi die Nerven behielt. Dies geschah nur 60 Sekunden nach dem 1:0 durch Testroet – ein Doppelschlag, der Wirkung zeigte. Drei Chancen, drei Tore: Das nennt man effektiv. Daniel Scherning hob eben diese Effektivität heraus (»Das hat uns in der ersten Halbzeit ausgezeichnet«), allerdings hätte sich Arminias Trainer auch noch etwas mehr erhofft: »Wir hätten das vierte Tor nachlegen können.« So war's, aber ein Distanzschuss von Redjepi verfehlte sein Ziel um einige Zentimeter (42.) und Kasumovic agierte freistehend vor Gästekeeper Strzys zu zögerlich (44.). Mit dem 3:0 zur Pause schien die Messe dennoch gelesen.

Das Gefühl der sicheren Führung erwies sich jedoch als trügerisch und wirkte sich negativ auf das Offensivspiel von Arminias U23 aus. In Abschnitt zwei erspielte sich der Bielefelder Drittligaunterbau keine einzige Torchance mehr. Erkenschwick witterte plötzlich seine Chance, als Deniz Fahri Batman nach einem Fehlpass von Liridon Redjepi auf 1:3 verkürzte (53.). »Damit haben wir dem Gegner neuen Stoff gegeben«, urteilte DSC-Keeper Christopher Balkenhoff. Der musste noch einige Schreckmomente überstehen. Etwa, als Kilian nur den Pfosten traf (64.), oder Erkenschwicks Torschütze vom Dienst Stefan Oerterer, der diesmal leer ausging, einen Schlenzer an die Latte setzte (78.). »Wenn wir das zweite Tor machen, wäre vielleicht noch etwas drin gewesen«, analysierte Gästetrainer Niemöller.

So aber durfte sich Arminias U23 über den sechsten Sieg in Folge freuen. Optischer Lohn ist der Sprung auf Tabellenplatz sechs der Oberliga Westfalen.

Von Arndt Wienböker

Quelle: Westfalen-Blatt

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