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Sven Heinze, neuer Trainer des Fußball-Oberligisten Hammer SpVg, wusste, bei wem er sich nach dem 0:0 gegen die SpVg Eerkenschwick vor 380 Zuschauern in der Evora Arena bedanken musste. Der Coach gratulierte Torhüter Alexander Kuschmann zu einer grandiosen Leistung.


Der Routinier wehrte in der 55. Minute einen umstrittenen Handelfmeter von Sebastian Westerhoff ab. Der Erkenschwicker Stefan Oerterer hatte aus kurzer Distanz den Hammer Oliver Glöden angeschossen, dabei genau den angelegten Arm getroffen. Und kurz vor Schluss der Partie reagierte Kuschmann gegen den freistehenden Oerterer erneut glänzend, lenkte den Ball mit dem ausgestreckten Fuß über die Quer- latte. Dabei hatte zuletzt bei der 0:2-Niederlage in Sprockhövel Jan-Robin Stiepermann zwischen den HSV-Pfosten gestanden. „Das war eine reine Bauchentscheidung“, gestand Heinze nach der Partie ein, „die ich nach Rücksprache mit unserem Torwarttrainer Mano Zielinski getroffen habe“. Mit Kuschmann wechselte der neue Coach die Erfahrung ein: „Ich habe gehofft, dass er in unserer Situation einfach mehr Ruhe ausstrahlt. Wobei Heinze betonte, dass Stiepermann damit keineswegs abgeschrieben sei und sich hängen lassen sollte. „Aber bei Kuschmann hat man heute gesehen, dass er schon höher gespielt hat und auch in kritischen Situationen gelassen bleibt.“

Der Torwartwechsel war eine von drei Änderungen. Sebastian Krug rückte wieder neben Michael Prothmann in die Innenverteidigung, dafür spielte Pascal Harder neben Oliver Glöden im zentralen, defensiven Mittelfeld. „Wir wussten, dass die Erkenschwicker mit Sebastian Westerhoff dort einen sehr gefährlichen Mann haben. Da sollte sich Pascal verstärkt drum kümmern“, meinte Heinze. „In der ersten Halbzeit hat das mit der Manndeckung nicht so geklappt, doch im zweiten Durchgang hat er seinen Gegenspieler auch an Oliver übergeben, was dann besser funktionierte.“ Ob Harder auch in Zukunft im Mittelfeld der HSV agieren wird, ließ der angehende Lehrer offen. „Das werden wir vom jeweiligen Gegner abhängig machen“, sagte Heinze. Der dritte Wechsel fand zwangsläufig auf der linken Seite statt. Dort ersetzte Dennis Buschening den „gefeuerten“ Spielertrainer Lars Müller. Verständlich, dass Buschening noch nicht die Fußstapfen des Ex-Profis ausfüllen konnte. „Nach hinten hat er schon recht gut gearbeitet, doch in der Vorwärtsbewegung ist bei Dennis noch Luft nach oben“, erklärte der Coach, der jetzt in den spielfreien zwei Wochen im Training den Schwerpunkt auf die Taktik legen wird.
Dass Sven Heinze sehr viel Arbeit haben wird, war in der Partie gegen Erkenschwick deutlich zu sehen. Es war ohnehin eine Begegnung auf einem sehr schwachen Niveau, in dem die Gäste in der ersten Hälfte zwar optisch überlegen waren, aber dabei im Angriff wenig zwingend wirkten. Nach 28. Minuten vergab Oerterer die erste Chance für Erkenschwick, kurz vor der Pause scheiterte Philipp Rosenkranz mit einem Kopfball aus kurzer Distanz an Kuschmann. Nennenswerte Möglichkeiten für die Rot-Weißen gab es vor der Pause nicht.

Erst Mitte der zweiten Halbzeit wurden die Hammer mutiger, was eigene Angriffe anging. Mit etwas Glück hätte die HSV sogar in Führung gehen können. Nach einem Konter über Felx Backszat scheiterte der erst kurz zuvor eingewechselte Gianluca Greco (70.) freistehend an Erkenschwicks Schlussmann Christopher Ditterle. In der Schlussphase zögerte Greco (80.) bei einer weiteren guten Einschussmöglichkeit zu lange, der Ball wurde im letzten Augenblick noch von Tim Brüggenkamp abgeblockt.

Zu diesem Zeitpunkt stand Heinze schon längst auf der Tribüne. Nachdem er zweimal lautstark reklamiert hatte, verwies ihn Schiedsrichter Thomas Altgeld aus Witten von der Trainerbank. „Sven hat wirklich nur zweimal etwas gesagt. So etwas brauchen wir als Trainer nicht“, erhielt Heinze Rückendeckung von seinem Erkenschwicker Kollegen Magnus Niemöller, der am Ende mit dem 0:0 nicht unzufrieden war.

Quelle: Westfälischer Anzeiger

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