westfalia rhynernDass ein Fußballspiel länger dauert als die berühmten 90 Minuten, das ist allseits bekannt. Doch in Erkenschwick wurde es erst weit nach Schlusspfiff richtig spannend. Als nämlich Björn Mehnert, Trainer des SV Westfalia Rhynern, im Rahmen der Pressekonferenz seinem Ärger nach der 0:2 (0:1)-Niederlage im Auswärtsspiel der Fußball-Oberliga bei der gastgebenden Spielvereinigung Luft verschaffte. Dabei schimpfte er aber nicht über seine eigenen Akteure, die zuvor eine erschreckend schwache Leistung abgeliefert hatten.

Vielmehr war der Coach, der am Samstag seinen 37. Geburtstag gefeiert hatte, mächtig sauer über die Erkenschwicker Spieler.

„Wir Trainer sind auch Vorbilder, reden von Respekt und Fairness. Aber wenn einer meiner Jungs am Boden liegt und von der anderen Seite klasse gesagt und bei der Behandlung applaudiert wird, dann finde ich das nicht okay“, regte sich Mehnert zuerst über eine Szene in der ersten Hälfte auf, als Mathieu Bengsch gefoult worden war und von Timo Ostdorf mit höhnischem Beifall bedacht worden sein soll. Und auch das Verhalten der SpVgg-Akteure nach dem 2:0 und nach dem Schlusspfiff fand der Ex-Profi keineswegs in Ordnung. „Ich muss mich da nicht beleidigen lassen. Da soll man sich einfach über die drei Punkte freuen. Aber wenn ein Spieler bis auf einen Meter auf mich zuläuft und ich da in meiner Zone ganz ruhig auf meinem Platz sitze, dann muss man Respekt wahren. Und das hat dieser junge Herr nicht getan. Das gehört sich nicht“, legte Mehnert in Richtung Ostdorf und Torwart Christopher Ditterle, der sich nach dem Abpfiff abfällig über Rhynern geäußert haben soll, weiter nach – und schob dann eine kleine Drohung hinterher: „Eine Saison hat immer zwei Serien. Wir freuen uns. Ich habe das abgespeichert.“

Nach diesen Äußerungen und Anschuldigungen von Mehnert hatte Erkenschwicks Trainer Magnus Niemöller natürlich besonderen Spaß daran, den Sieg seiner Mannschaft genüsslich zu zelebrieren und dies zum Ausdruck zu bringen. „Meine Mannschaft hat sensationell gespielt. Aufgrund unserer vielen Ausfälle ist das für uns ein total glücklicher Tag“, meinte der Coach süffisant. „Denn auch eine kleine Gruppe mit 14 Spielern kann gegen eine Mannschaft, die 18 Leute im Kader hat, große Siege feiern.“

Dabei hatten es die Rhyneraner selbst in der Hand, den Erfolg der Gastgeber zu unterbinden. Vor allem dann, wenn Lennard Kleine in der zweiten Minute nicht den Außenpfosten getroffen hätte. Und wenn Erkenschwicks Torjäger Stefan Oerterer mit einem Sonntagsschuss in der 33. Minute aus 25 Metern in den Winkel nicht die überaus glückliche 1:0-Führung markiert hätte. Denn bis dahin hatte die Westfalia die Partie im Griff, verlor aber nach dem Rückstand immer mehr die Ordnung, das Selbstvertrauen und stand nach dem 0:2 durch den zweiten Treffer von Oerterer (70.) mit leeren Händen da.

„Uns hat einfach der entscheidende Punch gefehlt. Bis zum Strafraum war das okay. Aber im Fußball geht es um Tore. Da hat Erkenschwick zwei erzielt und wir keines“, brachte es Mehnert auf den Punkt. -pad–

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