Könnte mit einem 1:1 gut leben: Trainer Magnus Niemöller.Showdown in der Oberliga Westfalen! Tabellenführer SpVg Erkenschwick erwartet am Sonntag den Zweiten SV Lippstadt zum Gipfeltreffen im Stimbergstadion. Im Falle eines Sieges würden die Gäste von der Bergspitze grüßen.

Doch das wollen die Kicker aus dem Ruhrgebiet unbedingt verhindern. Wie sie das machen wollen, das verriet Trainer Magnus Niemöller (38) im Gespräch mit der Sportredaktion.

Hallo, Sie haben ja morgen Geburtstag, was wünschen Sie sich denn, rein sportlich natürlich?

Niemöller: Ich bekomme am Wochenende ein paar Geschenke, das weiß ich schon. Unter sportlichen Aspekten wünsche ich mir, dass wir am Sonntag nicht punktlos bleiben.

Der Kreis Recklinghausen ist eine Hochburg für Schalke-Fans, aber Sie sind in Dortmund geboren. Für wen schlägt denn Ihr Fußballherz?

Niemöller: Man soll seiner Geburtsstadt treu bleiben. Ich bin BVB-Fan mit Dauerkarte und allem drum und dran. Auch am Samstagabend gegen Gladbach werde ich Stadion sein. In unserer Mannschaft ist es gut aufgeteilt, halb Schalke, halb Dortmund, und dann gibt’s noch wenige Bayern. Aber die sind Außenseiter.

Jetzt aber zum Spiel am Sonntag, die SpVg Erkenschwick ist nach sechs Spieltagen und fünf Siegen Oberliga-Spitzenreiter. Überrascht Sie das?

Niemöller: Ja, total. Wir haben nach dem NRW-Liga-Abstieg 2011 einen sportlichen Umbruch vollzogen. Damals in der Westfalenliga 2 war keine Rede vom Aufstieg, aber dann ist es doch passiert! Der Start jetzt in der Oberliga hat uns absolut überrascht. Wir reizen unsere sportlichen Möglichkeiten derzeit voll aus. Deswegen stehen wir da, wo wir im Moment stehen.

Jetzt kommt der SV Lippstadt zum Top-Spiel. Wie beurteilen Sie die Ausgangsposition?

Niemöller: Lippstadt ist nicht umsonst Meister der Westfalenliga 1. Mit etwas mehr Losglück wären die jetzt in der Regionalliga. Ich bin mir sicher, gegen Uerdingen oder Bergisch-Gladbach hätten sie sich durchgesetzt. Der SV Lippstadt hat gefühlt einen Regionalliga-Kader, ein Regionalliga-Umfeld und mit Daniel Farke einen super Trainer, der dort richtig was aufgebaut hat. Das gesamte Paket steht für den Erfolg. Am Sonntag wird es für uns die wichtigste Bewährungsprobe. Schade, dass es nicht der letzte Spieltag ist!

Wie gut kennen Sie den SV, haben Sie das Team beobachtet?

Niemöller: Ich habe Lippstadt dreimal gesehen. Das gehört dazu, Daniel Farke war ja auch Sonntag bei unserem Spiel in Dornberg. Ich habe die Begegnung gegen Sprockhövel verfolgt. In Lippstadt wird viel von der Offensive gesprochen. Aber der Grundstein für den Erfolg war die kompakte Defensive. Fischer-Riepe, der ja auch mal in Erkenschwick gespielt hat, Lübbers, Riemer und Erdogmus haben das Spiel gewonnen. Die haben einen prima Job gemacht. Der SV Lippstadt hat insgesamt einfach eine Mega-Qualität.

Haben Sie denn auch Schwächen entdeckt?

Niemöller: Sagen wir es so, es gibt den einen oder anderen Ansatz. Wir brauchen am Sonntag einen richtig guten Plan und werden laufen wie die Hasen.

Was steht für den Erfolg der SpVg Erkenschwick?

Niemöller: Demut und Bescheidenheit. Wir haben ein überragendes Mannschaftsgefüge. Das Kollektiv ist Trumpf, es gibt keine Einzelgänger. Dazu kommt, dass wir auch ein bisschen kicken können. Die Mannschaft ist fußballerisch gut ausgebildet, schließlich waren wir zweimal hintereinander in der A-Junioren-Bundesliga.

Bei der 1:2-Niederlage gegen Rhynern beklagte sich Samet Akyüz, er sei von Ihrem Kapitän Nils Eisen rassistisch beleidigt worden. Wie haben Sie die Situation erlebt?

Niemöller: Da ist überhaupt nichts dran, denn keiner meiner Spieler nimmt rassistische Worte in den Mund. Mich ärgert es einfach, dass wir uns für etwas rechtfertigen müssen, was wir nicht begangen haben. Da gibt es eine Zeitung, die uns nicht wohl gesonnen ist und die gegen uns Politik macht.

Zurück zum Spiel gegen Lippstadt. Glauben Sie, dass sich beide Mannschaften auf Dauer an der Spitze halten können?

Niemöller: Lippstadt auf jeden Fall. Unser Ziel ist ein einstelliger Tabellenplatz, das entspricht unserer Qualität.

Wer zählt für Sie denn zu den Aufstiegsfavoriten?

Niemöller: Das sind Lippstadt und Wattenscheid, aber auch Rhynern ist richtig gut. Bei Bielefeld muss man abwarten, was von oben kommt. Ennepetal könnte eine Überraschungsmannschaft werden und auch Erndtebrück ist schwer zu spielen. Wenn bei Hamm die Verletzten und Gesperrten wieder dabei sind, können die auch noch oben angreifen.

Bleibt abschließend noch Ihr Tipp für Sonntag...

Niemöller: Die beste Offensive trifft auf die beste Defensive. Also ich könnte mit einem 1:1 gut leben. - lüt

Quelle: Der Patriot 

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