schnorrenberg florian2Nun hat es den TuS Erndtebrück auch auswärts erwischt. Am 9. Spieltag unterlag der heimische Fußball-Oberligist bei der SpVg. Erkenschwick mit 0:1 (0:0) und verlor neben den Punkten auch Fatih Tuysuz und Sebastian Wasem. Während Tuysuz nach einer Tätlichkeit "Rot" sah, musste Wasem nach einem Zusammenprall mit Mitspieler Markus Waldrich nach 27 Minuten mit einer Platzwunde vom Feld. Er wurde in einem nahegelegenen Krankenhaus mit mehreren Stichen genäht.

 

Damit nicht genug: Neben Tuysuz und evtl. auch Wasem wird am kommenden Sonntag im Spitzenspiel gegen Westfalia Rhynern auch Narciso Jorge Lubaca fehlen, der seine fünfte Gelbe Karte kassierte. Nach einer Niederlage für die "Blauen" sah es aber lange Zeit beileibe nicht aus. Die Wittgensteiner drückten der Partie vor 483 Zuschauern am Stimberg von Beginn an ihren Stempel auf und diktierten das Geschehen auf dem Rasen. So kam es auch nicht von ungefähr, dass sich die Gäste gegen die stärkste Defensive der Liga (erst vier Gegentreffer) zahlreiche Möglichkeiten rausspielten. Nachdem Jan-Patrick Kadiata sich auf der rechten Seite gut durchsetzte, mit seinem Schuss aus spitzem Winkel an Erkenschwicks Keeper Marcel Müller scheiterte, hatte Markus Waldrich die Gelegenheit den TuS per Abstauber in Front zu bringen. Sein Linksschuss ging allerdings über das verwaiste Tor. Vier Minuten später bot sich Waldrichs Sturmpartner Laurenz Wassinger die Gelegenheit zum 1:0. Der traf nach einer Flanke Kadiatas aber nur das Außennetz. Und als nach 19 Minuten wiederum Waldrich alleine auf SpVg.-Keeper Müller zu lief, aber über das Tor Schuss, wäre eine Führung für die Gäste hochverdient gewesen. "Erndtebrück hat eine richtig starke Mannschaft. Wassinger und Waldrich ist schon so mit das Beste, was in dieser Liga rumläuft. Dass wir nicht in Rückstand geraten sind, dafür mussten wir schon eine Kerze anzünden und uns 'oben' bedanken", so Erkenschwicks Trainer Magnus Niemöller.

Und diese Kerze dürfte sieben Minuten nach der Pause sehr hell gebrannt haben, als Waldrich den Ball mit dem Rücken zum Tor schön auf Wassinger spielte, der Ex-Velberter den Torhüter umkurvte, aber sein Schuss vom Innenpfosten wieder zurück ins Feld sprang. Es schien nur noch eine Frage der Zeit, wann die Wittgensteiner das erste Tor machen würden. Die Pläne für den nächsten Dreier machte dann aber Tuysuz in der 63. Minute zunichte. Nach einem Foul von Lubaca an Daniel Feldkamp kam es plötzlich zu einer Rudelbildung, an der auch Tuysuz beteiligt war. Als dieser einen Kniff von Davide Basile mit einem Schubser quittierte und Basile den oft zitierten "sterbenden Schwan" markierte und sich auf dem Boden rumwälzte, schickte Schiedsrichter Oliver Topp den Rechtsverteidiger des TuS vorzeitig vom Feld. "Heute hat man gesehen, was passiert, wenn ein Spieler seine Mannschaft im Stich lässt", fand Schnorrenberg deutliche Worte in Richtung des Rot-Sünders. "Ab diesem Zeitpunkt war es ein komplett anderes Spiel", so der Brachbacher. In der Tat. Hatte Erkenschwick über eine Stunde offensiv überhaupt nicht stattgefunden, versuchte das Team aus dem Vest in Überzahl nun seinerseits Akzente zu setzen. Und das gelang ihnen in Person von Stefan Oerterer auch. Nachdem Erkenschwicks Torjäger vom Dienst nach einer Flanke von Lukas Opiola mit seinem Kopfball nur den Querbalken traf, setzte er gedankenschnell nach und schob die Kugel zur 1:0-Führung (73.) ein. Erndtebrück versuchte in den verbleibenden 17 Minuten zwar noch einmal alles, um wenigstens einen Zähler mit nach Hause zu nehmen, doch ein Tor gelang ihnen nicht mehr.

"Das Tor stellt den Spielverlauf völlig auf den Kopf", fasste Niemöller den glücklichen Sieg zusammen. "Ich kann der Mannschaft überhaupt keinen Vorwurf machen. Sie hat über große Phasen des Spiels richtig guten Fußball gespielt. Gerade in puncto Umschaltspiel und Gegenpressing war das eine richtig gute Leistung. Durch die Rote Karte nimmst Du dann anstatt drei gar keinen Punkt mit nach Hause. So ist halt Fußball", trauerte Schnorrenberg den liegengelassenen Zählern hinterher.

SpVg. Erkenschwick - TuS Erndtebrück 1:0 (0:0).

Erndtebrück: Bäcker - Tuysuz, Wasem (27. Flender), Ostojic, Ribeiro - Kadiata, Lubaca, Ziegler, Nakai (75. Runkel) - Waldrich (65. Schilamow), Wassinger.

Tor: 1:0 Oerterer (73.).

Rote Karte: Tuysuz (61., Erndtebrück).

Schiedsrichter: Oliver Topp (Büren).

Zuschauer: 483.

Quelle: Expressi.de

Zum Seitenanfang