fc guetersloh2000 ab 2010Noch ist es nur ein Spaß, trotzdem ist auch darin ein Funken Ernsthaftigkeit enthalten. Weil der FC Gütersloh auswärts auf Kunstrasenplätzen deutlich besser, attraktiver und vor allem erfolgreicher spielt, als zuhause, kursiert im Grün-Blau-Weißen Lager: „Lasst uns Kunstrasen im Heidewaldstadion legen, dann gewinnen wir auch in Gütersloh öfters.“

Dennoch bestreitet der FCG auch sein 13. Heimspiel auf gewohntem Untergrund. Als Gast stellt sich Sonntag (Anstoß 15 Uhr) der Tabellenvierte SpVgg Erkenschwick vor.
 

Trainer Holger Wortmann nimmt den kuriosen Vorschlag mit Humor: „Wir haben schon den Antrag gestellt gegen Erkenschwick an der Janusz-Korczak-Schule auf Kunstrasen zu spielen. Leider geht das aus Sicherheitsgründen nicht. Nein, jetzt mal im Ernst: Wir müssen keinen Kunstrasen-Antrag einreichen, sondern können auch auf normalem Rasen richtig guten Fußball spielen.“ Nicht verfehlen will der Verantwortliche dabei, dass die Bilanz mit sechs Siegen auswärts (vier davon auf Kunstrasen) eben deutlich besser ausfällt, als das Zahlenwerk daheim. Die Gründe für diese frappierenden Unterschiede liegen für den Coach auf der Hand: „Wir haben einige technisch extrem beschlagene Jungs wie Pascal Röber, Benni Kolodzig oder Semih Aktas in unseren Reihen, die ihre Fertigkeiten auf Kunstrasen besonders gut umsetzen können.“

Trainer und Team möchten das natürliche Grün im Heidewaldstadion trotzdem keinesfalls gegen künstliches Grün tauschen. Auch nicht gegen die SpVgg Erkenschwick: Die „Schwicker“, wie sich der Ruhrgebietsclub selbst nennt, kommt mit der Empfehlung von sechs Punkten aus zwei Heimspielen. Vergangenen Sonntag gab es ein 3:1-Sieg gegen SuS Neuenkirchen. Dienstag (30.04.) besiegte das Team von Trainer Magnus Niemöller trotz vierzigminütiger Unterzahl Westfalia Herne mit 1:0. Mit Torjäger Stefan Oerterer (19 Tore, Nummer drei der Torjägerliste), Sturmpartner Aaron Vasiliou (sieben Tore) und Regisseur Sebastian Westerhoff (zwölf Tore) verfügt das starke Kollektiv über drei extrem gefährliche Knipser. Der Respekt von FCG-Coach Holger Wortmann gilt aber dem ganzen Team: „Erkenschwick ist überdurchschnittlich gut besetzt. Wenn die in der Hinrunde nicht einige Punkte liegen gelassen hätten, würden die noch um den Titel mitspielen. Als Ruhrgebietsmannschaft gibt Erkenschwick keinen Ball verloren, sondern sie hauen sich auch in der 90. Minute in jeden Ball rein.“

Trotzdem gilt beim Heidewaldclub die Devise: Bange machen gilt nicht. Drei Siege aus den vergangenen vier Partien haben das Selbstvertrauen wachsen lassen. Holger Wortmann: „Wir freuen uns auf das Zusammentreffen mit einer richtig starken Oberligamannschaft. Weil der Kollege seine Mannschaft nicht zur Defensive kasteien wird, könnte es einen sehr interessanten Schlagabtausch geben.“ Die Gastgeber wollen dabei den Weg Richtung gesichertes Mittelfeld fortsetzen. Dazu wären weitere Punkte nötig. Holger Wortmann: „Gegenüber dem heimischem Publikum sind wir in der absoluten Bringschuld. Der Heimsieg gegen Rhynern war Balsam für die Seelen, trotzdem sollen und müssen bis Serienende weitere Siege zuhause folgen.“ Die personelle Lage ist dabei „bescheiden“, wie der Verantwortliche findet. Zu den drei Langzeitverletzten Leon Farrer (Patellasehne), Manuel Eckel (Zehenbruch), Steven Degelmann (Muskelfaserriss im Adduktorenbereich) haben sich noch Torwart Roman Benzel sowie Florian Kraus gesellt. Beide erlitten beim Pokalsieg in Sende bislang nicht näher definierte Blessuren. Holger Wortmann: „Roman fällt wahrscheinlich länger aus, Florian war Donnerstag nicht schmerzfrei. Da müssen wir abwarten.“ Da auch Rechtsverteidiger Stephan Eggert mit einer Wadenverletzung angeschlagen ist und sein Vertreter Simon Schubert als Degelmann-Verteter in der Mitte gebraucht wird, muss hinten eventuell improvisiert werden. Die im Pokal geschonten Tim Brinkmann und Semih Aktas sind aber wieder mit an Bord.

Jens Dünhölter

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