preussenstadion2Preußen Münster trifft erstmals seit acht Jahren wieder auf die Spielvereinigung Erkenschwick. Am Sonntag um 15 Uhr steht die zweite Runde im Westfalenpokal an. Das war mal ein großes Ding, als früher der SC Preußen Münster und die Spielvereinigung Erkenschwick aufeinandertrafen. In der Oberliga West Anfang der 50er Jahre zum Beispiel, später in den 70er Jahren in der Regionalliga West und 2. Bundesliga Nord. Zuletzt erwartete der SC Preußen am 3. August 2007 die Erkenschwicker im eigenen Stadion. Der SCP unter dem neuen Trainer Roger Schmidt siegte durch späte Treffer von Timo Scherping und Marco Antwerpen mit 2:0 vor 4200 Zuschauer. Es war der Beginn einer rasanten Saison der Preußen, die mit der Qualifikation für die neue viertklassige Regionalliga endete.

Letzter Heimsieg 2007

4200 Zuschauer werden am Sonntag um 15 Uhr sich nicht im Preußenstadion einfinden, wenn die eigentlich Heimrecht besitzenden Erkenschwicker in der 2. Runde des Westfalenpokals zu Gast sind in Münster. Die Spielvereinigung - Fußball-Nostalgiker kommen auf ihre Kosten, wenn sie an die Mannschaft vom Stimberg denken. Das Team aus dem Stadtteil Oer, in den Zeiten des Kohleabbaus eng mit der Zeche Ewald verbunden, war eine echte Hausnummer im Fußball in Westfalen. Nach dem 2. Weltkrieg war das erste verbriefte Aufeinandertreffen am 24. Oktober 1948 in der legendären Oberliga West, Gastgeber Erkenschwick putzte die Gäste aus Münster mit 3:0 vor 7000 Zuschauern weg, Der gebürtige Dattelner Siegfried Rachuba traf, später wechselte er nach Münster und war Teil des ebenfalls legendären „100 000-Mark-Sturms“.

Turbulente Jahre

Das war gestern, heute ist Erkenschwick Oberligist und hat turbulente Jahre hinter sich. Vor vier Jahren war der Traditionsclub nur noch in der Westfalenliga zu finden, rappelte sich auf und klopfte sportlich an die Tür zur Regionalliga. Aber nach Insolvenz und vielen finanziellen Schwierigkeiten wurden Lizenzen für die Viertklassigkeit gar nicht beantragt. Am Sonntag kommt es nun zum Aufeinandertreffen der beiden Vorletzten. Münster ist Vorletzter in der 3. Liga, Erkenschwick Vorletzter in der Oberliga. Aber der SCP sollte gewarnt sein, weil er a.) selbst nach der Form sucht und angezählt ist, und b.) in der 2. Runde des Westfalenpokals gerade der Landesligist BSV Schüren den Regionalligisten Wattenscheid 09 aus dem Pokal geworfen hat. Vorsicht ist geboten. Erkenschwick trat das Heimrecht ab, weil mindestens 1500 Zuschauer benötigt worden wären, um die Sicherheitskosten abdecken zu können. Die Preußen nahmen das Heimrecht dankend an.

Wanne oder Neuenkirchen?

Gewinnt Münster die Partie, wartet im Achtelfinale der Sieger der Paarung zwischen Bezirksligist SV Wanne und Oberligist SuS Neuenkirchen, der offizielle Spieltermin wäre der 19. November, aber der SCP spielt einen Tag zuvor das Heimspiel gegen RW Erfurt (Freitag, 18.11. um 19 Uhr).

Von Alexander Heflik/ Münstersche Zeitung

Zum Seitenanfang