hammer spvgDie Hammer SpVg siegt in einer hitzigen Begegnung beim Oberliga-Schlusslicht Spvgg. Erkenschwick. Der vorentscheidende Treffer von Doppelpacker Manuel Dieckmann fällt nach einer strittigen Szene. 69 Minuten waren in der Oberliga-Partie zwischen Schlusslicht Spvgg. Erkenschwick und Aufstiegsaspirant Hammer SpVg gespielt, als die Emotionen auf dem Kunstrasenplatz im Schatten des Stimberg-Stadions überkochten.

 

 

HSV-Doppeltorschütze Manuel Dieckmann sprang dem Sportlichen Leiter David Odonkor jubelnd in die Arme, wenige Meter hinter ihnen tobte Zouhair Allali, Trainer des Hausherren. Grund dafür war Hamms vorentscheidender Treffer beim 3:1 (0:0)-Auswärtssieg.

Gataric-Foul bleibt ungeahndet

Was war passiert? In der Hälfte der Gäste gingen HSV-Linksaußen Dalibor Gataric und Erkenschwicks Rechtsverteidiger Dennis Weßendorf ins Duell. Letzterer blieb außerhalb des Platzes liegen, er hatte den Fuß von Gataric abbekommen. Schiedsrichter Stefan Tendyck aber ließ das Spiel weiterlaufen.

Die Gäste schalteten schnell um, nutzten den Platz auf der verwaisten rechten Seite der Hausherren. Mike Pihl legte am Strafraumeck schließlich für Dieckmann ab, dessen Schuss abgefälscht zum 1:2 ins Tor von Keeper Marvin Kröger tropfte.

Gefoulter Spieler rollt sich zurück ins Feld

Weßendorf hatte sich noch während der Hammer Konter lief, wieder auf den Platz gerollt und hoffte darauf, dass die HSV den Ball ins Aus spielen würde. „Meiner Meinung nach ist es okay, dass wir weiterspielen“, sagte Dieckmann nach Abpfiff. „Der Spieler rollt sich ja nur noch auf das Feld, um den Konter zu unterbinden. Und das ist nicht in Ordnung.“

Auch für die beiden Trainer gab es während der Pressekonferenz nur ein Thema. „Das ist eine Schlüsselsituation und ein klares Foul an Dennis“, schimpfte Allali über die Entstehung der strittigen Szene.

Hozjak: "Wüsste nicht, wie ich reagiert hätte"

Mit der Reaktion der Hammer SpVg war der 35-Jährige ebenfalls alles andere als einverstanden. „Ich habe gelernt, dass es im Fußball das ungeschriebene Gesetz gibt, dass der Ball in einer solchen Situation ins Aus gespielt wird. Der Angriff lief über 75 Meter, und ich habe von Anfang an gerufen, dass der Ball rausgespielt werden soll“, sagte Erkenschwicks Coach. Er appellierte zudem an den Schiedsrichter, dass dieser sich nach dem Befinden seines Spielers erkundigen solle.

Sven Hozjak zeigte Verständnis für die Aufregung bei den Gastgebern. „Ich kann die Reaktionen nachvollziehen. Für mich liegt der Spieler aber im Aus“, erklärte der HSV-Trainer und räumte ein: „Ich bin froh, dass das nicht gegen uns passiert ist, denn ich wüsste nicht, wie reagiert hätte.“

HSV-Joker sorgt für die Entscheidung

Abseits der entscheidenden Szene hatten die Gäste, die mit Dieckmann auf der Zehn, Damir Ivancicevic als Spitze und Yakup Köse für den an der Universität gebundenen Nils Kisker aufliefen, vor allem in Hälfte eins ein deutliches Übergewicht an Chancen gehabt. Pihl scheiterte jedoch an der Latte (18.), Danijel Gataric am rechten Pfosten (39.).

Der agile Dieckmann traf nach der Pause und auf Zuspiel von Danijel Gataric schließlich zum 0:1 (58.). Erkenschwick antwortete postwendend, als Semih Demiroglu eine Ecke per Fuß zum Ausgleich ins HSV-Tor verlängerte (60.). Dieckmann traf in bereits erwähnter Szene zum 1:2, bevor der eingewechselte Giacomo Serrone frei vor Keeper Kröger den dritten Gästetreffer erzielte (90.+2).

„Wir haben das Spiel kontrolliert und verdient gewonnen“, meinte Hozjak. Doppelpacker Dieckmann freute sich derweil über das Ende seiner Leidenszeit: „Ich habe die Schulterverletzung und den Muskelfaserriss überstanden. Jetzt habe ich erstmals vier Wochen am Stück trainiert und fühle mich richtig gut.“ Auch die Diskussionen um den zweiten Hammer Treffer raubten ihm das zufriedene Lächeln nicht.

Quelle: Westfälischer Anzeiger

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