sc hasselHat sich der SC Hassel übernommen oder ist die sportliche Entwicklung der Mannschaft schneller vorangeschritten, als die des Vereins? Was auch immer der Grund ist, finanziell ist der Tabellenachte der Oberliga nicht mehr gut aufgestellt. Und dies sorgt nun für Unmut, Ärger und Ratlosigkeit - vor allem bei den Spielern der Gelsenkirchener. Die Kicker hatten ihr Gehalt für die kommende Saison schon fest ausgemacht. Denn sportlich überzeugte der SC in dieser Saison nach dem Aufstieg komplett. Zwischendurch führte er die Tabelle sogar an.

Und dies sollte nun entsprechend entlohnt werden. Doch nun machte der Verein einen Rückzieher. Der Betrag ist für den Oberliga-Aufsteiger einfach nicht zu stemmen. Somit steht ein großes Fragezeichen hinter dem dauerhaften Verbleib des SC in der fünften Liga. "Es ist leider so, wir können nicht mehr Geld ausgeben als wir einnehmen", berichtete Jörg Böving, der Abteilungsleiter des Vereins der WAZ. Ein fünfstelliger Betrag soll auf der negativen Seite der Bilanz stehen.

 

„Die Gesamtkosten der aktuellen Saison hätten wir auch in der nächsten Saison irgendwie stemmen können. Die Kosten, die nun in der nächsten Saison auf uns zukommen würden, könnten wir nicht aufbringen“, so Böving. Ob er neben den Gehaltserhöhungen hiermit auch die Neuverpflichtung der beiden Bochumer Topstürmer Timo Wnuk (Phönix Bochum) und Ron Berlinski (DJK TuS Hordel) anspricht, ist noch unklar.

Klar ist, dass einige Kicker wohl das Weite suchen werden. Und nicht nur die Aktiven machen sich Gedanken: „Die Enttäuschung, dass Zusagen nicht eingehalten werden können, ist riesengroß. Die Spieler werden ihre Schlüsse daraus ziehen, ich werde es auch tun“, zeigte sich auch der Coach Thomas Falkowski überrascht.

Die Spieler selbst kritisieren vor allem den Umgang miteinander und scheinen das Vertrauen in die Vereinsführung verloren zu haben: „Wir sind geschockt und auch sauer. Wenn man von Anfang an mit offenen Karten gespielt hätte, wäre es etwas Anderes gewesen. Viele Spieler haben anderen Vereinen abgesagt", war Dawid Ginczek frustriert. In das gleiche Horn bläst Kapitän Vize-Patrick Rudolph: „Das ist auch eine Vertrauenssache. Uns Spielern sind falsche Versprechungen gemacht worden.“

Böving hat hierfür zwar Verständnis, hofft aber auf Loyalität: „Wenn ein Spieler uns unter diesen Umständen verlassen will, bleibt ihm noch Zeit, einen neuen Verein zu finden. Es wäre toll, wenn einige Spieler auf Geld verzichten und trotzdem bei uns in Hassel bleiben würden. Wir wollen in Hassel guten und erfolgreichen Fußball spielen. Aber nicht um jeden Preis."

So könnte es durchaus so kommen, wie es Spielführer Nikolaj Zugcic prognostiziert. Er sagt, dass "eine sehr schöne Zeit zu Ende gehen wird.“ Und schiebt gleich hinterher: „Diese Entwicklung ist extrem traurig. Wir sind sportlich alle zu ehrgeizig, um in der nächsten Saison keine höheren Ziele zu haben.“

Quelle: FuPa

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