bonan heiko 2Steht der FC Gütersloh, der am Sonntag in Erkenschwick antreten muss, vor seinem letzten Spiel in der Fußball-Oberliga? "Keine Ahnung", sagt Heiko Bonan: "Ich kann die Situation nicht einschätzen."

 

Seine Informationen bezieht der Trainer der 1. Mannschaft, der in der Winterpause wegen der fehlenden finanziellen Perspektive des Vereins die Abmeldung droht, im wesentlichen aus den Medien. Präsident Andre Niermann hatte vor dem letzten Heimspiel kurz mit dem Mannschaftsrat gesprochen, ohne mehr als das bereits Veröffentlichte sagen zu können. "Er hat etwas Hoffnung gemacht und alle um einen Vertrauensvorschuss gebeten", fasst Bonan den Inhalt zusammen. Er selbst sei überzeugt davon, dass Niermann alles in seiner Kraft stehende tue, um den Verein zu retten.

Skeptisch steht der 50-Jährige allerdings einer sich abzeichnenden, zunächst auf diese Saison bezogenen Durch- haltestrategie gegenüber. "Das ist für mich keine Hoffnung. Ein Sterben auf Raten ist schlimmer, als einen vernünftigen Schlussstrich zu ziehen." Auch eine im Raum stehende weitere Reduzierung der "Gehälter" sieht Bonan kritisch. Für sich selbst ("Ich bin ein Kostenfaktor für den Verein, das weiß ich") lehnt er das ab: "Ich kann und werde daran nichts ändern - dazu ist der Aufwand, den ich betreibe, viel zu hoch." Der im 80 Kilometer entfernten Brakel lebende Fußballlehrer, der vor gut einem Jahr auch eine Herzensentscheidung zugunsten des FC Gütersloh traf und als Coach in den Heidewald zurückkehrte, wo er als Spieler ein Idol war, sieht die Sache inzwischen etwas nüchterner: "Ich engagiere mich zu einhundert Prozent. Aber ich bin nicht mit einem Verein verheiratet. Wenn die Konstellation nicht mehr passt, dann bin ich bereit, die Konsequenzen zu ziehen." Seine berufliche Position als Mitarbeiter der in Bad Driburg ansässigen Versicherungsagentur von Philipp Frahmke, dessen Marketing-Zusammenarbeit mit dem FCG offenbar beendet ist, macht die zukünftige Rolle von Heiko Bonan nicht einfacher.

Ungeachtet all dessen bereitet der Trainer das Team mit größtmöglicher Professionalität auf das Spiel beim nur drei Punkte besser dotierten Tabellensechsten Erkenschwick vor. "Ich möchte dort gerne mindestens einen Punkt holen", schöpft Bonan Zuversicht aus den leidenschaftlichen Auftritten seines Teams. Dass die Partie auf Kunstrasen verlegt wurde, schmeckt ihm nicht besonders, aber er erinnert an den 28. März, als am Stimberg ebenfalls Kunstrasen angesagt war: "Da haben wir 0:0 gespielt."

Es gibt allerdings personelle Einschränkungen. Mit Stürmer Nico Schürmann fällt ein Leistungsträger aus, weil er sich am Freitag planmäßig einem operativen Eingriff unterzog, bei dem ihm eine Metallplatte aus dem vor längerer Zeit gebrochenen Mittelfuß entfernt wurde. Dastin Szymanski, Rotsünder beim 2:0-Sieg über Stadtlohn, wurde für vier Wochen gesperrt. Dafür standen Lars Schröder und Marc Birkenhake wieder im Training. Letzterer erklärte, trotz seines beruflichen Wechsels nach Dortmund nach der Winterpause weiter für den FCG spielen zu wollen - notfalls auch in der 2. Mannschaft.

Quelle: Neue Westfälische

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