Um diese Aufgabe ist Reimund Biester sicher nicht zu beneiden. Der Mitte Oktober 2008 gemeinsam mit Chefcoach Jürgen Klahs entlassene Co-Trainer der ersten Mannschaft der Spvgg. Erkenschwick soll sich nun in den nächsten Wochen und Monaten um den Aufbau einer neuen zweiten Mannschaft kümmern.
Und das in Zeiten, in denen sich der Verein im Insolvenzverfahren befindet, nahezu ohne finanzielle Mittel. Bei der Spvgg. geht man aktuell aber davon aus, dass man wieder eine Reserve in der Bezirksliga melden kann. Noch so eine „Nummer", wie zu Beginn der Saison 2008/2009, als man eine U23 für die Landesliga meldete, um dann nicht anzutreten und als erster Absteiger zur Bezirksliga festzustehen, will und wird sich der Verein wohl nicht noch einmal erlauben.

So sieht’s übrigens auch der Kreisvorsitzende Hans-Otto Matthey im Gespräch mit der Stimberg Zeitung. Theoretisch könnte die Spvgg. nämlich auch in der nächsten Spielzeit ihren Platz in der Bezirksliga zunächst einfordern, um dann doch wieder nicht aufzulaufen. „In der Theorie wäre das möglich, hätte aber sicher einen weiteren Imageverlust für den Verein zur Folge", sagt Matthey. „So etwas macht man nicht. Das ist nicht sauber und nicht fair den anderen Vereinen gegenüber. Wenn die Spvgg. aus finanziellen oder anderen Gründen keine zweite Mannschaft zusammenbekommt – und danach sieht’s für mich nach derzeitigem Stand der Dinge doch aus – sollte sie es früh genug sagen, damit man darauf reagieren kann."

Unterdessen hat der 56-jährige Horneburger Reimund Biester damit begonnen, den Spielermarkt in der näheren Umgebung zu sondieren. „Zehn bis zwölf neue Leute aus der Kreisliga oder Bezirksliga brauchen wir sicher. Ich hab’ mir schon eine Liste gemacht. Da stehen auch viele ehemalige Jugendspieler drauf. Zu einigen habe ich schon Kontakt aufgenommen. Das Interesse ist grundsätzlich vorhanden. Aber vor dem 30. Juni kann man ja ohnehin nichts Konkretes sagen", erzählt der zweifache Familienvater, der vor fast 20 Jahren mit seinen beiden Söhnen bei der Spvgg. eine neue sportliche Heimat fand. Bei den Schwarz-Roten war der ehemalige Mittelstürmer der Spvgg. Herten von der D- bis zur A-Jugend und später unter Michael Pannenbecker, Ingo Anderbrügge, Ralf Fischer, Manni Wölpper oder Jürgen Klahs auch bei den Senioren als Co-Trainer tätig.

Als jetzt der Anruf vom Sportlichen Leiter Klaus Bockhoff kam, musste Biester nicht lange überlegen. „Gar nichts zu machen, wäre sicher der falscheste Weg", sagt er.

Und Argumente, sich in der nächsten Saison dem Team II anzuschließen, hat Biester einige. „Geld gibt’s zwar nicht zu verdienen, aber wir bieten einen Platz in einer Bezirksliga-Mannschaft, eine hervorragende Sportanlage und die Option, sich über Leistung für unsere erste Mannschaft zu empfehlen." Und was passiert, wenn die den Klassenerhalt in der Westfalenliga nicht schafft? „Dann muss man alles wohl neu überdenken", vermutet Biester.

Quelle: Medienhaus Bauer
 

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