(one) So voll wie früher war's nicht mehr. "Man darf nicht vergessen, dass wir mittlerweile in der sechsten Liga spielen", gibt Andre Oberlin zu bedenken, der die Fans der Spvgg. am Samstag wieder zum traditionellen Neujahrsempfang der "Schwarz-Roten Ruhrpottmonster" in die Ballerbude auf der Klein-Erkenschwicker-Straße eingeladen hatte. -

Trainer Jürgen Wielert und der Sportliche Leiter Klaus Bockhoff stellten sich in der kultigen Trinkhalle gemeinsam mit den beiden Kapitänen Thomas Falkowski und Timo Ostdorf den Fragen der rund 30 Anhänger. Und die wollten einiges wissen. Wie er denn mit dem Druck klarkommen würde als Trainer des Traditionsvereins, fragte einer Jürgen Wielert. Der Druck sei zwar spürbar, auch weil's sportlich noch nicht so richtig läuft. Ansonsten sei der Trainerjob bei den Schwarz-Roten einer wie jeder andere auch, erklärte der neue Mann an der Linie des Westfalenligisten.

Wie es denn sein könne, dass man nach dem erfolgreichen Pokalspiel gegen NRW-Ligist VfB Hüls anschließend fünf Spiele in Folge verloren habe. "Warum hat man den Schwung nicht mitnehmen können in die Meisterschaft?" Eine Antwort darauf hatte Wielert nicht. "Kann er ja auch gar nicht, weil das Pokalspiel gegen Hüls vor seiner Zeit war", klärt Oberlin auf.

Von Klaus Bockhoff, der mit einem herzlichen Sonderapplaus begrüßt wurde, wollten Oberlin und die übrigen Fans wissen, ob personell nachgebessert wird, nachdem acht Spieler in der Winterpause den Verein verlassen haben. Namen wie Allali, Bendig oder ganz aktuell auch Jan Schmidt machen am Stimberg die Runde. Sicher sei man in Kontakt mit einigen Spielern, sagt Bockhoff. Aber noch befinde sich der Verein im Insolvenzverfahren und noch nicht auf der sicheren Seite. "Bis Ende der Woche werden wir die Gespräche mit eventuellen Neuzugängen abgeschlossen haben. Vorher kann ich dazu noch nichts sagen", erklärt Bockhoff. Der Recklinghäuser Unternehmer, der mit Trainer Wielert auch privat befreundet ist, will sich gemeinsam mit anderen im Verein darum bemühen, dass es in der nächsten Saison wieder eine zweite Mannschaft gibt. "Sonst müssten wir in der Kreisliga C neu anfangen", sagt Bockhoff, der bereits einen Trainer für dieses Team in der Hinterhand zu haben scheint. Nur Geld sei dafür keines da. "Die Spieler und auch der Trainer müssen quasi zum Nulltarif arbeiten", erklärt Bockhoff, der das Gespräch mit den Fans und den Abend in der Ballerbude "sehr interessant" fand. "Wenn ich im nächsten Jahr noch Sportlicher Leiter bin und nochmal eingeladen werde, komme ich bestimmt wieder."


13.01.2009 | Quelle: Medienhaus Bauer

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