forsmann tim5Das nennt man wohl Wechselbad der Gefühle: Wurde die Spvgg. Erkenschwick im Nachholspiel am Donnerstag bei SuS Stadtlohn (2:0) quasi im Schleudergang durchs Spiel gepeitscht – derart turbulent waren die 90 Minuten von Stadtlohn –, so reichte am Montag beim 3:0 (1:0) in Ennepetaler der Schongang vollkommen aus.

 

Tim Forsmann setzt zum Sololauf durch zwei Ennepetaler an. Foto: Krimpmann

Erfreulich für die Schwarz-Roten: Egal, ob auf vollen Touren oder aber mit 50 Prozent, das Ergebnis ist in diesem Falle stets das gleiche: ein Sieg, und das einmal mehr ohne Gegentreffer. Nicht nur Klementine, Werbe-Ikone eines nicht ganz unbekannten Waschmittels, hätte kurz und knapp befunden: Sauber! Schmutzigmachen mussten sich die Gäste im Bremenstadion, das angesichts von nur 160 Zuschauern fest in der Hand der Erkenschwicker Anhänger war, nicht. Zwar hatte sich Trainer Magnus Niemöller auf schwere Arbeit eingestellt, aber selbst der stets kritische Erkenschwicker Übungsleiter verlebte einen für seine Verhältnisse ruhigen Nachmittag.

„Wir haben es uns schwerer vorgestellt“, gab auch Co-Trainer Stefan Mroß bei der Pressekonferenz im schmucken Ennepetaler Vereinsheim zu.

 Ennepetals Trainer Imre Renji hatte eine ganze Reihe von verletzten Spielern zu beklagen, auch Magnus Niemöller wollte mit Rückblick aufs kräftezehrende Spiel von Donnerstag und dem bevorstehenden Kreispokalspiel bei TuS Haltern nichts riskieren. Lukas Opiola rutschte damit ebenso in die Startformation wie Stephan Nachtigall und Christoph Kasak.

 Beide Teams begannen daher nicht unerwartet verhalten. Umso kurioser, dass ausgerechnet einer einen folgenschweren Bock schoss, der als letzte Instanz eigentlich für die absolute Sicherheit zuständig ist. Ennepetals Keeper Marvin Weusthoff wollte Stefan Oerterer umspielen, kam aber in Bedrängnis, sodass Weusthoff zum Befreiungsschlag ansetzte. Der prallte aber „Ö“ direkt vor die Füße, der damit nur noch ins leere Tor einzuschieben brauchte – schon stand es 0:1 (22.).

 Zu Weusthoffs Ehrenrettung muss gesagt werden, dass es der Schlussmann war, der in der Folgezeit seine Farben mehrfach von einer höheren Niederlage bewahrte. Ennepetal fand dennoch nicht mehr ins Spiel, und die Gäste konnten kombinieren, ohne sich zu verausgaben. Der einzige Makel war die Chancenauswertung.

 So dauerte es bis zur 58. Minute, ehe Schwarz-Rot endgültig alle Zweifel beseitigte: Deniz Batman hatte geschossen, Weusthoff den Schuss mit den Fingerspitzen an den Pfosten gelenkt. Stephan Nachtigall stand goldrichtig, um zum 0:2 abzustauben.

 Mit der sicheren Führung im Rücken ließen es die Gäste etwas an Aufmerksamkeit vermissen, sodass der TuS nun mehr vom Spiel bekam. „Eine klare Torchance habe ich bei uns aber nicht gesehen“, räumte Ennepetals Trainer Imre Renji ein.

 Das Gegenteil war der Fall: Gleich ein halbes Dutzend erstklassiger Konter lief in Richtung TuS-Tor, ohne dass zunächst Zählbares herumkommen sollte. Die beiden spektakulärsten Szenen: Weusthoff entschärfte einen Kopfball von Davide Basile in glänzender Manier (83.). Tim Forsmann versuchte es mit Wucht und scheiterte mit seinem Schuss an der Torlatte (86.). Doch das Ausharren bis zum Schluss lohnte.

 Lukas Opiola tanzte mit dem Ball am Fuß die Torlinie entlang und „tunnelte“ aus nächster Nähe Keeper Weusthoff zum 0:3-Endstand.

 Selbst Schiedsrichter Lukas Sauer dachte sich: „Besser geht’s nicht“, und pfiff die ansonsten recht unspektakuläre Partie pünktlich ab.

von Olaf Krimpmann

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