muellermarcelWer den Namen Müller trägt, kommt schnell in die Gefahr, mit den vielen anderen Müllers dieser Welt verwechselt zu werden, gerade im Fußball. Gerd Müller kennt jeder, Dieter Müller (noch) die meisten. Alles Müller eben, oder was?

 

  Erkenschwicks Keeper Marcel Müller freut sich über eine fehlerfreie Leistung. Foto: Krimpmann  
 
Am Sonntag gab’s den Müller gleich im Doppelpack, und das auch noch auf ein und derselben Position. Roland Müller hieß der junge Mann, der im Stimberg-Stadion in der NRW-Liga-Partie das Tor des MSV Duisburg II hütete. Marcel Müller der, der bei den Schwarz-Roten zwischen den Pfosten stand. Weitere Gemeinsamkeiten: Strömender Regen und jeweils eine fehlerfreie Leistung.
Was man vor allem im Lager der Schwarz-Roten mit einigem Wohlwollen aufnahm, drohte doch ausgerechnet die Position des „Schnappers“ in der Vorbereitung zum Problemfall zu werden. Trainer Wielert legte sich fest und er tat gut daran, zumindest wenn man die gestrige Partie betrachtet. „Er hat uns im Spiel gehalten“, lobte etwa Kapitän Thomas Falkowski.
In der Tat, war der 19-Jährige bei allen Szenen hellwach auf dem Posten. Und das unter erschwerten Bedingungen. In der Schlussphase wäre es fast noch ins Auge gegangen. Bei einem Duisburger Flankenball in den Spvgg.-Strafraum rutschte Marcel Müller im Dauerregen weg. „Wie auf Schmierseife“ habe er sich gefühlt. Zum Glück konnte ein Vordermann den Ball aus der Gefahrenzone köpfen.
Ansonsten verblüffte die meisten im Rund, welche Ruhe der junge Mann zwischen den Pfosten ausstrahlte. Besonders nervös sei er vor seiner Liga-Premiere nicht gewesen, versicherte Marcel Müller: „Ich hatte schon vorher ein gutes Gefühl.“
Das wird der junge Mann auch in Zukunft brauchen. Es wird etliche Gegner in der Liga geben, die weitaus mehr Druck vor dem Erkenschwicker Tor entwickeln als es der MSV tat. Doch auch davor ist dem 19-Jährigen nicht bange. „Wenn wir uns als Mannschaft zusammenraffen, kriegen wir das mit dem Klassenerhalt schon hin“, sagte er und stapfte nass, aber nicht unzufrieden in die Kabine.
Die Glückwünsche seiner Mitspieler und der Fans hatte er sich da schon abgeholt. Zu den Gratulanten zählten auch Aron Vasiliou und Timo Ostdorf als Zaungäste im Stadion. Der langzeitverletzte Stürmer, dessen Vertrag wegen eines monatelangen Sportverbots aufgelöst worden war, wurde erstmals nach seiner schweren Kreuzbandverletzung ohne Krücken gesichtet und versprach Trainer Wielert nach dem Spiel schon mal: „Nächste Woche komme ich wieder.“ Dann geht’s bekanntlich beim VfB Hüls um Punkte.
Vielleicht dann wieder mit Timo Ostdorf. Ob „Ossi“ zurückkehren wird, soll sich in diesen Tagen entscheiden. Am Sonntag saß er schon mal auf der Erkenschwicker Bank – natürlich nur „zur Probe“.

Von Olaf Krimpmann

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