SpvggI_FalkowskiEs war nicht das ehrwürdige Stimberg-Stadion, sondern irgendein Nebenplatz im MSV-Leistungszentrum West-ender Straße. Es war nicht das erste Saisonspiel sondern das 17. für die Spvgg. Erkenschwick. Und doch schien gestern vieles so zu sein wie noch im letzten August.



 
Damals startete die Spvgg. mit einem 0:0 gegen den MSV Duisburg II in ihre erste NRW-Liga-Saison. Exakt das gleiche Resultat erzielten beide Mannschaften gestern im Rückspiel. Und wie bereits vor Monaten, war es eine von Taktik geprägte Partie, die ihren Reiz darin besaß, dass beide Mannschaften sehr diszipliniert zu Werke gingen.
Damals wie heute fühlte sich die Spvgg. als kleiner Sieger. Applaus vom frierenden mitgereisten Anhang gab’s deshalb auch gestern für die Rothemden. Da der auf alle Annehmlichkeiten eines Stadionbesuchs wie Wurst und Getränke verzichten musste, war es alleine schon deshalb ein verdienter Punktgewinn.
„Wir sind eigentlich hierher gekommen, um zu gewinnen. Mit dem Punkt aber können wir zufrieden sein“, sagte am Ende Erkenschwicks Trainer Stefan Blank, der im dritten Pflichtspiel unter seiner Regie nun auch einen zählbaren Aufschwung vernahm.
So arbeitete die Viererkette sehr aufmerksam und ließ dem MSV wenig Chancen. Und dahinter stand mit Marcel Müller endlich wieder einer, der Sicherheit ausstrahlte und der in einer Szene das Glück des Tüchtigen dazu hatte: So segelte der junge Keeper in der Spiel entscheidenden Phase (82.) an einem Freistoß von Harun Celebi vorbei. Zum Erkenschwicker Glück flog der Ball nicht nur an Müller, sondern auch am Tor vorbei.
Müller aber war es auch, der seine Farben mit prächtigen Reaktionen in der 31., 34., 63. und 87. Minute vor einem Rückstand bewahrte. Und das unter erschwerten Bedingungen: denn der Wind blies gestern mitunter heftig über den frei liegenden Kunstrasenplatz, was jeden Schuss unberechenbar werden ließ.
Auf der anderen Seite holte MSV-Keeper Roland Müller in der 32. Minute einen Klasse-Schuss von Deniz Batman aus dem Winkel und hatte ebenfalls Glück, dass sich Michael Lelentin in der 66. Minute in einen Schuss von Dennis Warncke warf. Der Linksfuß war nach einer Flanke von Tobias Bockhoff und auch dank eines Stellungsfehlers von Verteidiger Dominik Reinert aus zwölf Metern frei zum Schuss gekommen.
Dass die Gäste nicht viel mehr Chancen kreierten, war deren Manko. Stefan Oerterer agierte als einzige Spitze und auch später an der Seite des ebenfalls nach vorne beorderten Daniel Opitz höchst unglücklich. Auch (aber nicht nur), weil es an Bindung aus dem Mittelfeld fehlte.
Alle Baustellen, und das weiß auch Stefan Blank, sind so schnell nun mal nicht zu schließen. Umso wichtiger war es nicht für nur den Trainer zu sehen, dass sein Team mal zu Null gespielt hatte.
„Endlich“, atmete auch Kapitän Thomas Falkowski tief durch. Es war das erste Meisterschaftsspiel der Spvgg. ohne Gegentor seit dem 5. September, dem Tage des 0:0 gegen Germania Windeck. Oder seit 23 Wochen. Oder genau 161 Tagen. Oder wie auch immer: seit einer Ewigkeit.

von Olaf Krimpman

Zum Seitenanfang