Der Torjäger zieht »blank«: Aaron Vasiliou entschied das Derby und freut sich recht deutlich. Foto: Krimpmann  Vergessen Sie Bayern München: In Sachen Effektivität macht der Spvgg. Erkenschwick in dieser Rückrunde keiner etwas vor.


Drei ernst zu nehmende Torschüsse (Oerterer, 43., Vasiliou, 85. und 88.) hatten am Dienstag ausgereicht, um im Oberliga-Nachholspiel Westfalia Herne mit 1:0 in die Knie zu zwingen. Das waren allerdings dreimal mehr Torchancen, als sich der Gast erarbeitete (Schröter, 10.).

Was dabei für die Schwarz-Roten in dieser Spielzeit spricht, ist die realistische Selbsteinschätzung der Dinge. Von einem „dreckigen Sieg“ war bei der anschließenden Maifeier die Rede, und davon, „dass wir alles dafür getan haben, das Spiel nicht zu gewinnen“. Wie etwa Nils Eisen, dessen überflüssiges Foulspiel in der 48. Minute in Höhe der Mittellinie an Marc Schröter zum Platzverweis führte, nachdem der Spvgg.-Kapitän in der Halbzeit die Gelbe Karte gesehen hatte, als er den Ball nicht ordnungsgemäß dem zuweilen arrogant auftretenden Schiedsrichter Dräger zugespielt hatte, sondern ihn einfach wegtrat.

Aber selbst eine Quote von 7:1 für einen Herner Sieg bei einem führenden Wettanbieter konnte nichts daran ändern, dass der SC Westfalia in dieser Harmlosigkeit der Westfalenliga entgegen taumelt. Hernes neuer Trainer Jörg Silberbach hatte daran merklich wenig ändern können. Der 48-Jährige hatte die Mannschaft zuvor erst einmal im Training gehabt und war bemüht „die eine oder andere Stellschraube zu drehen“, damit der Traditionsverein endlich in die Spur kommt. Was dringend geraten ist.

Mittlerweile ist Herne trotz (oder wegen) der Vielzahl der Nachholspiele auch rechnerisch auf einem Abstiegsplatz angelangt. Regionen, die der Spvgg. seit langem fern sind.

50 Punkte können sich Anfang Mai sehen lassen, wobei Trainer Magnus Niemöller keineswegs einer ist, der nun zum Abheben neigt. Dabei hat der Übungsleiter gerade einen ziemlich leichten Job: Er muss seinen ohnehin kleinen Kader schließlich nur bei Laune halten. Angesichts der englischen Wochen ist an ein gezieltes Training aktuell gar nicht zu denken. Dass sein Team diese Wochen beinahe mit Perfektion abschließen wird, jetzt zehn Spiele in Serie ungeschlagen ist, das weiß auch Niemöller einzuordnen: „Uns trägt derzeit die Effektivität.“ Wobei wir wieder beim Ausgangspunkt des Artikels wären.

von Olaf Krimpmann

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