Timo Ostdorf hielt 90 Minuten durch. Soll niemand sagen, am Stimberg hätten sie keine Manieren. Wenige Sekunden nach Schlusspfiff und nach dem 2:1 (0:0)-Sieg von Oberligist Spvgg. Erkenschwick über den SC Roland Beckum gaben sich Stefan Oerterer und Timo Ostdorf förmlich die Hand und gratulierten sich gegenseitig zu Leistung und zum Sieg.  „War mir eine Ehre“, meinte Stefan Oerterer. „Mir auch“, entgegnete Timo Ostdorf und grinste schelmisch.

Fehlte eigentlich nur noch Sebastian Westerhoff, und schon wäre die Troika zusammen gewesen, die dem Spiel ihren Stempel aufdrückte. Einem Spiel, das zunächst zäh war, weil zwei gut organisierte Mannschaften lange Zeit eine Art Rasenschach betrieben. Nicht schön, aber mit kaum Fehlern, die zu zwingenden Torszenen hätten führen können. „Für mich war’s ein typisches 0:0-Spiel“, meinte Rolands Trainer Ismail Atalan.

Dass es das nicht wurde, verdankten die 100 Unentwegten am Kunstrasenplatz Sebastian Westerhoff. In der 65. Minute schoss der Spielmacher vom Strafraumeck einen Freistoß derart kunstvoll in die Maschen, dass selbst der Gegner anerkennend die Augenbrauen hochzog. Wie ein Strich zog das Rund in den Torwinkel. „So etwas sieht man nicht alle Tage“, meinte sogar Erkenschwicks Jugendkoordinator Peter Anders – der Lob sonst nicht gerade kübelweise vergießt. Zuvor war Timo Ostdorf von Tom Jenke zu Fall gebracht worden.

Überhaupt Ostdorf! Mehr als drei Monate war der Mittelfeldrenner wegen einer langwierigen Verletzung nun ohne Spiel. Gestern musste „Ossi“ auf Anhieb 90 Minuten durchhalten, weil Trainer Magnus Niemöller wieder mal sein letztes Aufgebot be-nannte, wobei Kevin Kokot sich auf der ungewohnten Innenverteidigerposition viele Fleißkärtchen verdiente.

Dessen hier weit erfahrener Kompagnon Davide Basile dafür leistete sich einen Ausrutscher. Ausgerechnet im eigenen Strafraum gegen Florian Gehrmann, der Basiles Grätsche dankend annahm, um zu fallen. Wie der Roländer nachher zugab, sei es mitnichten ein Elfmeter gewesen, aber irgendwie sollte Basiles Dummheit auch bestraft werden. Suri Ucar traf vom „Punkt“ zum 1:1 (84.).

„Danach hätte ich nie mehr im Leben daran gedacht, dass hier noch ein Tor fällt“, meinte Roland-Trainer Atalan.
Ein fataler Irrtum. Es lief die 90. Minute, Schiedsrichter Waldemar Stor entschied auf Einwurf Erkenschwick, da die Gäste ihren Einwurf nicht regelkonform ausgeführt hatten. Dann ging alles ganz schnell: Einwurf Ostdorf, direkte Weiterleitung von Westerhoff auf Stefan Oerterer. Und der Torjäger traf aus fünf Metern Entfernung zum umjubelten 2:1 (90.).
Auch wenn die Partie drei leicht herausragende Protagonisten hatte, Trainer Magnus Niemöller war am Ende stolz auf sein ganzes Team: „Da standen heute elf Helden auf dem Feld, die alles rausgehauen haben, was geht.“

Von Olaf Krimpmann

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