schmidtSo langsam bekommt dieses Ergebnis Methode am Stimberg. Erst 0:0 gegen MSV Duisburg II, jetzt ein 0:0 gegen den TSV Germania Windeck. Wer meint, das sei wenig erwärmend, der kennt nicht die leidgeprüfte Erkenschwicker Fan-Seele.


 
Wie schon nach dem Spiel gegen den MSV gab’s nämlich auch gestern von den Rängen freundlichen Beifall für eine couragierte und vor allem disziplinierte Leistung. Dass das dem einen oder anderen erklärungsbedürftig ist, naja – Schwamm drüber.
So wunderte sich Markus Kurth, Ex-Profi in Reihen des Aufstiegs-Favoriten mit der Erfahrung von 110 Erst- und 219 Zweitliga-Spielen: „Warum klatschen die alle nach einem 0:0?“ Worauf sein Gegenspieler Dennis Drontmann (19) mit seiner ganzen Erfahrung von 22 Minuten NRW-Liga kühl konterte: „Guck’ dir doch mal eure Truppe an und dann unsere.“
Nun, seit gestern ist nicht nur Markus Kurth schlauer geworden. Auch Co-Trainer Marcus Voike, der den wegen eines dringenden Termins schnell vom Stimberg flüchtenden Chefcoach Heiko Scholz vertrat, wurden die Augen geöffnet: „In dieser Form sind wir ganz bestimmt kein Aufstiegs-Favorit.“
Da aber bekanntermaßen zu einem Fußballspiel immer zwei Mannschaften gehören, muss man den Platzherren gutschreiben, dass sie einen großen Anteil daran hatten, dass Windeck mit eben jener Nullnummer die Heimreise antreten musste. Wenig bis gar nichts ließ die Spvgg. gestern zu. „Wir haben heute Fußball gearbeitet“, meinte Trainer Jürgen Wielert.
Der konnte wie die meisten der rund 450 Zuschauer darüber hinweg sehen, dass spielerisch nicht viel ging bei den Platzherren. „Aber solche Spiele kommen auch noch.“ Nur nicht gestern, gegen einen Kontrahenten eines Kalibers von Germania Windeck. Da stand eben die Maloche vor der Fußball-Kultur.
Wie gesagt, das gelang den Schwarz-Roten auch gar nicht schlecht. Im Schach würde man von einem Patt sprechen. Windeck hatte zwar mehr Ballbesitz und erlaubte sich vor allem in der eigenen Hälfte so gut wie keinen Fehler. Aber was der Spvgg. vorne nicht gelang, wurde hinten ausgebügelt. In der 25. Minute verzog Rachid Eckert ziemlich frei, das war’s auch schon.
Ein Hauch von Erkenschwicker Torgefahr dann in der 53. Minute: Der erneut bärenstarke Innenverteidiger Jan Schmidt schickte Stefan Oerterer steil, der halblinks am Windecker Strafraum den Abschluss suchte und Keeper Maurice Gillen zur einzigen Rettungstat des Tages zwang.
Erkenschwicks Keeper Marcel Müller blieb auch irgendwie beschäftigungslos. Oder hatte bei vielen verunglückten Flanken und Schüssen das Glück des Tüchtigen auf seiner Seite. Strukturiert sah das alles jedenfalls nicht aus, was Windeck da ablieferte. Das änderte sich erst, als Trainer Heiko Scholz Markus Kurth und Torjäger Christopher Thomassen ins Spiel brachte.
Jürgen Wielert brachte Drontmann für den überfordert wirkenden Talaga und Batman für den ausgepumpten Simon, nachdem bereits nach der Halbzeit Ostdorf für den von Oberschenkel-Problemen geplagten Makarchuk ins Spiel gekommen war – und tat gut daran. Denn das Erkenschwicker Bollwerk hielt.

von Olaf Krimpmann

 

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