Dieses Derby war im Prinzip nur eins: eine einseitige Angelegenheit. Mit 4:1 Toren besiegte Westfalenliga-Spitzenreiter Spvgg. Erkenschwick Teutonia SuS Waltrop und hatte am Ende doppelten Grund zur Freude: Verfolger Erndtebrück kam zugleich in Wanne-Eickel nicht über ein 1:1 hinaus.
 
Der Erkenschwicker Vorsprung an der Spitze ist damit auf drei Punkte angewachsen.
Des einen Freud, des anderen Leid: Teutonia SuS Waltrop droht so langsam aber sicher das rettende Ufer aus den Augen zu verlieren. Mit der Leistung von gestern, so dünkt nicht nur Trainer Heiko Sulzbacher, dürfte die Talfahrt nur schwerlich zu stoppen sein. „Wir haben einen Negativlauf und kommen da nicht raus“, sagte „Sulle“.
Irgendwie passte aus Waltroper Sicht, dass gestern einer erst nach Anpfiff im Stimberg-Stadion eintraf, auf den sie sich in der Vergangenheit stets hatten verlassen können: Torjäger Michael Breuer, beruflich in Düsseldorf engagiert, steckte zwei Stunden im Stau auf der Autobahn fest.
Aber ein Breuer alleine hätte gestern ohnehin nichts ausrichten können. Denn die Waltroper Probleme stecken tiefer, weit tiefer: Der Abwehrverbund war gestern vor 500 Zuschauern vorsichtig formuliert schlicht überfordert.
Schon nach sieben Minuten traf Stefan Oerterer, bei Warnckes Zuspiel blank am langen Pfosten, zum 1:0. Auch beim 2:0 zehn Minuten später durch Max Bönighausen (Bild) wurde die Teutonen-Abwehr kräftig durcheinander gewirbelt.
Das zwischenzeitliche 2:1 durch Maik Sprenger (25.) durfte aus Erkenschwicker Sicht getrost als Schönheitsfehler durchgehen. „Solch ein Tor darfst du dir nicht fangen“, meinte nicht nur Max Bönighausen in Anspielung auf einen an der Außenlinie leichtfertig vertändelten Ball.
Doch die Gäste konnten aus dem überraschenden Geschenk kein weiteres Kapital ziehen. Unter anderem, weil Stefan Oerterer gestern hellwach war. An vier Waltropern vorbei brauste der Stürmer in der 29. Minute alleine Richtung Teutonen-Tor und verwandelte sicher zum 3:1. Der abgenutzte Begriff der Fahnenstangen – zum Abwehrverhalten der Gäste hätte er in dieser Szene vorzüglich gepasst. „Ein taktisches Foul und nichts wäre passiert“, konnte selbst Heiko Sulzbacher das kollektive Unvermögen seiner Jungs nicht fassen.
Das 4:1 noch vor der Pause abermals durch Oerterer, diesmal per Foulelfmeter (39.; Sven Wilken hatte Timo Ostdorf gelegt), entschied das Derby frühzeitig. Die zweite Hälfte hätten sich beide Mannschaften getrost schenken können. Erkenschwick war selbst mit angezogener Handbremse dem 5:1 näher als Waltrop dem Anschlusstreffer. Erwähnenswert vielleicht die Aktion von Max Bönighausen gegen André Volland, bei der die Waltroper Elfmeter forderten (69.).
Am Erkenschwicker Sieg hätte auch ein möglicher Pfiff von Referee Roedig nichts mehr geändert. Der Klassenunterschied blieb sichtbar.
 
von Olaf Krimpmann / Stimberg-Zeitung
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