erdmann timo 03Die einen konnten nicht, die anderen wollten nicht mehr: Das Treffen der beiden traditionsreichen Vereine Hammer SpVg. und Spvgg. Erkenschwick endete am Samstagabend folgerichtig mit dem zwangsläufigen Resultat: Mit einem torlosen Unentschieden.

 

Und wieder wird es nichts mit einer Torchance: Hamms Semih Yigit stoppt Erkenschwicks Timo Erdmann mit einer beherzten Grätsche.                       Foto: Olaf Krimpmann

Ob die Partie vor etwa 250 Zuschauern im Stimberg-Stadion einen Sieger verdient gehabt hätte, ist eine Frage. Fakt ist, dass es die Hammer SpVg. nie, die Spvgg. Erkenschwick nur höchst selten in der Hand hatte, der Begegnung den entscheidenden Push zu geben.

„Wenn du ein Spiel nicht gewinnen kannst, musst du zusehen, unentschieden zu spielen“, fasste Erkenschwicks Trainer Magnus Niemöller das Spiel zusammen. Gegen die massive Hammer Präsenz vor dem eigene Strafraum hatte sich seine Mannschaft schwergetan. Zu schwer, um Hamm ernsthaft in Verlegenheit bringen zu können.

 Dabei hatte es zwei, drei richtig gute Aktionen der Rothemden gegeben. Etwa in der 49. Minute, als Arda Nebi für Deniz Batman auflegte. Erkenschwicks „Zehner“, aktuell in einer bestechenden Form, fackelte nicht lange und zog aus 18 Metern ab. Pech für Batman: Sein Schuss klatschte mit einem lauten Knall an den Pfosten.

 In der Nachspielzeit, Hamm agierte nach der Gelbroten Karte gegen Marcel Ramsey (83.) nur noch zu Zehnt, hatte Janos Bluhm den Ball am Fuß, als Hamms Keeper Manuel Lenz weit vor seinem Kasten in Höhe der Strafraumgrenze stand. Doch anstelle ins verwaiste Tor einzuschießen, versuchte sich Bluhm in einem Dribbling, das allerdings nicht von Erfolg gekrönt war. „Das war wohl die falsche Option“, ärgerte sich Bluhm nach Spielschluss. „Aber der Torwart stand direkt vor mir, der war zwei Meter groß. Hätte ich sofort abgezogen, hätte ich ihn wohl angeschossen.“

Zu den positiven Aspekten des Spiels aus Erkenschwicker Sicht gehörte die Tatsache, dass die Schwarz-Roten nie in Gefahr gerieten, das Spiel zu verlieren. Die einzige wirklich gefährliche Situation für die „Schwicker“ resultierte aus der dritten Minute, als Semih Yigit scharf in den Erkenschwicker „Fünfer“ passte, dort aber keinen Abnehmer fand. „Die haben gar nix gemacht“, befand Bluhm angesichts der Hammer Harmlosigkeit, die auch ein Produkt einer guten Erkenschwicker Defensivleistung war.

 Ein Umstand, der Trainer Magnus Niemöller behagte: „Ich fand es gut, wie wir verteidigt haben.“ Zur Erinnerung: Hamm kam mit der Empfehlung eines souveränen 4:0-Siegs über SuS Stadtlohn angereist.

 Aber auch die Schwarz-Roten hatten sich zuletzt torhungrig gezeigt, schienen aber ausgerechnet am Samstagabend irgendwie pappsatt. Der Trainer selbst, obwohl mit der gleichen Grundformation wie beim 4:1 in Ennepetal angetreten, forderte mehrfach lautstark Ordnung ein, mahnte „kein Risiko“ an, nur ging all das auch auf Kosten des Offensivspiels.

 Stefan Oerterer war bei Damir Kurtovic ohnehin abgemeldet und hatte keine nennenswerte Aktion. Aus der Reihe dahinter hatten Batman und Bluhm wie geschildert je eine dicke Möglichkeit. Dazu setzte Stefan Grummel ein Freistoß auf die Torlatte (35.), wobei Hamms Keeper Manuel Lenz wohl auch zur Stelle gewesen wäre – für ein Heimspiel war die Offensivleistung in der Summe damit alles andere als berauschend.

 So mussten am Ende auch beide Trainer mit dem 0:0 irgendwie leben, was Hamms Übungsleiter Oliver Gottwald naturgemäß leichter fiel als seinem Gegenüber. „Wir haben gut verteidigt, aber vom Spielerischen kann ich nicht zufrieden sein. Wir hatten seit der dritten Minute nicht eine Torchance, hatten keine Ecke – bei uns habe ich viel Krampf gesehen. Daher nehme ich das Unentschieden gerne mit“, so Gottwald.

Von Olaf Krimpmann

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