schmidtFreundlicher Beifall für eine Nullnummer: Die Spvgg. Erkenschwick ist gut in ihre erste NRW-Liga-Saison gestartet. Zwar war das 0:0 vor 450 Zuschauern gegen den MSV Duisburg II am Ende etwas glücklich, aber irgendwie auch nicht so ganz unverdient.



 
Vorbereitung und Meisterschaft sind eben zwei unterschiedliche Dinge“, meinte Duisburgs Trainer Markus Reiter. Wie wahr, wie wahr.
Der MSV kam in Testspielen zu einigen klaren Siegen in Serie und ging gestern vor dem Tor leer aus. Die Spvgg. hingegen, die in den vergangenen Wochen häufiger als allen lieb war die Türe sperrangelweit geöffnet hatte, hielt gestern dicht. Dank einer starken kämpferischen Mannschaftsleistung und dank eines jederzeit präsenten Keepers Marcel Müller. „Wenn es darauf ankommt, ist die Mannschaft auf der Höhe“, kommentierte Trainer Jürgen Wielert.
Der hatte ein Ziel durchaus erreicht: „Wir wollten, dass die Null steht“, so der 50-Jährige. Auch wenn der MSV Duisburg die spielbestimmende Mannschaft war, erstklassige Möglichkeiten erspielte sich die Duisburger U23 auch nur selten. Wie etwa in der in der 18. Minute, als erst Arnold Suew scheiterte und Michael Blum am verwaisten Tor vorbei schoss.
Eine Chance dieser Güte hatte aber auch die Spvgg. zu bieten. Verteidiger Jan Schmidt, der als Zerstörer in und vor der Abwehr gestern wieder voll in seinem Element war, eroberte sich in der 16. Minute im Mittelfeld den Ball und spielte ihn steil auf Stefan Oerterer, der freie Bahn hatte. Doch „Ö“ wählte im Duisburger Strafraum die falsche Option, schoss Keeper Roland Müller an. Das hat man vom Torschützenkönig der vergangenen Westfalenliga-Saison zweifelsfrei schon deutlich besser gesehen.
„Schade, denn mit der Führung im Rücken hätte Duisburg noch stärker kommen müssen und wir hätten mehr Räume gehabt, um vielleicht noch einen Konter zu setzen“, trauerte nicht nur Wielert dieser Großchance hinterher.
„Ö“ tauchte danach fast völlig ab, und auch über die gewohnt starke linke Seite kam gestern wenig. Auf den Außenbahnen rochierten Mirko Talaga und Marvin Schurig, wobei Schurig den entschlosseneren Eindruck machte. So kam es, dass sich das Spiel zwar fast ausschließlich in der Erkenschwicker Hälfte abspielte, im Strafraum aber drohte wenig Gefahr.
Was aufs Tor kam, wurde eine sichere Beute von Marcel Müller, der unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff seine wohl beste Rettungstat feierte, als der 19-Jährige einen abgefälschten Schuss noch soeben von der Linie kratzte.
Auf jeden Fall hat die Spvgg. gestern einen Vorgeschmack bekommen, was es heißt, in der NRW-Liga bestehen zu können. Hoher Einsatz wird erforderlich sein, um die Spiele erfolgreich zu bestreiten. Immerhin machte Marvin Schurig gestern allen ein wenig Mut. Auf die Frage, wie viel die Spvgg. noch für ungleich schwerere Aufgaben zulegen könne, meinte der Linksfuß: „Da geht sicher noch was.“ Man darf also gespannt sein.

Von Olaf Krimpmann

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