Torschütze zum 2:2: Christopher WeißflohEin großes Unternehmen wirbt mit dem Spruch: „E wie einfach.“ Die Spvgg. Erkenschwick kann sich in diesen Tagen eine Anleihe an den Slogan nehmen, etwa wie: „E wie effizient.“ Das traf auf Erkenschwick beim 2:2 (1:1) in Erndtebrück zu.



Vier ernsthafte Torschüsse hatten genügt, um bei den ambitionierten Wittgensteinern nicht nur einen Punkt zu holen, sondern die Truppe von Peter Cestonaro zu verunsichern. Nachdem Erndtebrück lange wie der sichere Sieger ausgesehen hatte, wankte der Favorit am Ende sogar. Bitter zudem: In der 85. Minute senste ein offenbar tief frustrierter Johannes Burk im Mittelkreis Philipp Rosenkranz um. Schiedsrichter Jens Jeromin, gestern wahrlich kein Freund der „Schwicker“, zückte sofort den roten Karton – Platzverweis.

Vor allem Stefan Oerterer wird nach Spielschluss noch einigen Gesprächsbedarf mit dem Mann an der Pfeife und seinen beiden Assistenten gehabt haben. Gefühlte zwei dutzend Mal lief der gestern glücklose Stürmer ins Abseits – manchmal so knapp, dass es ihn mehr als nur wurmte.

Sawatzki trifft mit dem ersten Schuss

Für den glücklosen „Ö“, der in der 52. Minute mit seiner gefährlichsten Aktion den Außenpfosten des Tores traf, sprangen gestern andere in die Bresche. Wie David Sawatzki, der eine Vorlage von Florian Fricke in der 18. Minute einfach mal volley aufs Tor drosch und traf – es war der erste Erkenschwicker Torschuss der Partie überhaupt.

Der Rückstand rüttelte erst Recht die von Beginn an feldüberlegenen Erndtebrücker wach. Angriff auf Angriff rollte aufs Tor von Marcel Müller zu, der in Durchgang eins Schwerstarbeit zu verrichten hatte und gleich mehrfach in höchster Not klärte.

Machtlos war der starke Schlussmann erst, als Christian Runkel auf der linken Erkenschwicker Abwehrseite viel Raum vorfand und im Sturmzentrum Markus Waldrich bediente, der nach 37 Minuten zum 1:1 traf. Es war ein längst überfälliger Ausgleich, dem Erndtebrück mit dem Halbzeitpfiff sogar beinahe das 2:1 folgen ließ, als nach einem Missverständnis von Basile und Müller Manuel Müther freie Schussbahn hatte, aber das leere Tor verfehlte.

Was bewies: Im Pulverwald hatte gestern eben nur eine Mannschaft das Attribut Effizienz gepachtet, und die trug das schwarz-rote Trikot. „Wir wollten nicht mit einem Rückstand in die Pause gehen, das ist uns gelungen“, resümierte Erkenschwicks Trainer Magnus Niemöller. Der musste in der 58. Minute dann aber doch das 2:1 hinnehmen, das der gerade erst eingewechselte Johannes Burk aus 14 Metern Torentfernung erzielte. Da stimmte die Zuordnung nicht.
Wie auch nicht in der 67. Minute, als Christian Runkel frei vor Müller auftauchte, aber der Erkenschwicker Keeper in höchster Not parierte. Der Wendepunkt im Spiel.

Nachdem Christopher Weißfloh den folgenden Konter noch leichtfertig vergeben und Erndtebrücks Torhüter aus 16 Metern angeschossen hatte, „habe ich keine Chancen für Erndtebrück mehr gesehen“, wie Magnus Niemöller sagte. Wie verwundbar Erndtebrück danach war, verdeutlichte die Szene zum 2:2: Freistoß Erkenschwick aus der eigenen Hälfte, Erndtebrücks Innenverteidiger Jan-Philipp Gelber, der eigentlich wissen sollte, wie die Bälle auf dem Kunstrasen im Pulverwald ticken, springt unter den Ball her, und Christopher Weißfloh darf sich noch einmal frei aus bester Position versuchen. Und diesmal „passte“ der Ball einwandfrei.

In der Schlussphase war von den Gastgebern schließlich gar nichts mehr zu sehen, während die Spvgg. noch ein, zwei gute Angriffe fuhr. „Verdient“, befand Magnus Niemöller daher dieses 2:2.

Von Olaf Krimpmann

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