SpvggI_GoetzDas Schlusskapitel einer in jeder Hinsicht bemerkenswerten NRW-Liga-Saison war am Stimberg noch einmal eins der besseren.

 

Und das trotz der 2:4-Niederlage gegen ETB SW Essen, trotz des lange feststehenden Abstiegs und trotz des Weggangs (mindestens) eines halben Dutzends von Spielern. Erstmals seit Wochen herrschte mal wieder eine gelöste Stimmung rund um den traditionsreichen Stimberg.

Am Schlusspunkt hatte dann auch der scheidende Interimstrainer Vehbija Hodzic noch ein Gespür für feine Züge. Etwa, als er um 16.25 Uhr Kapitän Thomas Falkowski vom Feld zu nahm.

Mit „Falke“, der Auf- und Abstiege und die Insolvenz mitmachte, quittierte der dienstälteste Spieler endgültig seinen Dienst, er wechselt bekanntlich zum SC Hassel in die Landesliga.

Die Zuschauer, knapp 150 waren gekommen, spendeten dem Kapitän einen langen und warmen Applaus, wie sie es am Ende einer mit vielen Pleiten und Negativnachrichten behafteten Saison für die gesamte Mannschaft taten. Man spürte es in jeder Pore: Alle waren erleichtert, dass diese Seuchen-Saison endlich ein Ende gefunden hatte.

Vier Torleute gleichzeitig auf dem Platz

Auf dem Spielfeld zeigten die Rothemden noch einmal eine ansehnliche Leistung, die selbst unter dem Hinweis darauf, dass auch Gegner ETB Schwarz-Weiß nur das Nötigste tat, Respekt verdiente. Zählbares wäre auf jeden Fall verdient gewesen, hätte alleine Stefan Oerterer eine seiner sechs, sieben „Hundertprozentigen“ gemacht. Aber Schwamm drüber, soll sich „Ö“ die Tore doch für die neue Spielzeit aufsparen, wie wohl so mancher dachte.

Die Saison in der Westfalenliga schürt bereits jetzt jede Menge Vorfreude, sogar bei Essens Keeper Tobias Ritz. Den Recklinghäuser zieht’s zum DSC Wanne-Eickel, er freut sich daher schon jetzt auf ein Wiedersehen mit den „Schwickern“, die im übrigen ihren ehemaligen Stammkeeper auch gestern wieder gebührend mit „Ritz-Ritz-Ritz“-Rufen feierten.

Im Stimberg-Stadion durfte Ritz gestern im ETB-Trikot spaßeshalber als Feldspieler auflaufen – wie es auf Erkenschwicker Seite Christian Götz tat. Vier Keeper auf einmal auf dem Platz, auch das hatte es noch nicht gegeben.
Sei’s drum: Spieler und Zuschauer hatten ihren Spaß. Christian Götz ganz speziell: Er leitete mit einem sehenswerten Außenristpass auf Stefan Oerterer das 2:4 durch Deniz Batman ein (87.). Den ersten Erkenschwicker Treffer hatte Alexander Glembotzki besorgt (36.), für Essen trafen je zweimal Heinzmann (3.; 18.) und Mark Zeh (73.; 80.).

Erleichtert und einträchtig stapften Weiß- und Rothemden schließlich mit dem Schlusspfiff vom Platz. Auch vom Uhlenkrug gab es zuletzt weniger positive Nachrichten. Wahrscheinlich ist man daher bei ETB Schwarz-Weiß froh, dass Schluss ist, selbst wenn Essen noch ein Jahr NRW-Liga spielen darf.

Nur einer schaute bedröppelt drein: Stefan Oerterer, gestern der Chancentod in Person. Trost fand „Ö“ ausgerechnet bei zwei Noch-Essenern. Die verletzt fehlenden Stürmer Martin Setzke und Sebastian Westerhoff bauten Oerterer wieder auf. „Schau mal, das magische Erkenschwicker Trio der nächsten Saison“, feixte Tobias Ritz mit Blick auf die Szene. Schön wär’s, aber auch realistisch?

von Olaf Krimpmann 

 

 

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