Auch auf dem Spielfeld ging e durhaus zur Sache. Hier eine von mehreren Rudelbildungen, in Folge dessen Nils Eisen die Rote Karte sieht. Foto: Krimpmann  Das Gastspiel der Spvgg. Erkenschwick am Sonntag bei Rot-Weiß Ahlen (2:3) fand zwar auf dem Spielfeld einen Sieger, neben dem Stadion aber gab es ein offenbar leistungsgerechtes Unentschieden.

Schon vor dem Spiel war ein 17 Jahre alter Erkenschwick-Fan von der Polizei in Gewahrsam genommen worden, der beim Eintreffen am Werse-Stadion eine Flasche in Richtung Ahlener Fans geworfen hatte. Laut Polizei Warendorf soll nun ein Verfahren gegen ihn wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung eingeleitet werden.

Der „Ausgleich“ durch Ahlener Chaoten fiel erst weit nach Spielschluss, als eine Gruppe junger Menschen sich Richtung Erkenschwicker Mannschaftsbus bewegte, pöbelte und den am Treppenaufgang stehenden Spvgg.-Torhüter Christopher Ditterle attackierte. Der bekam einen Schlag auf den Oberschenkel.

Ehe die Sache zu eskalieren drohte – Mitspieler waren Ditterle zu Hilfe geeilt, es ergab sich ein Handgemenge – zogen die Ahlener Anhänger ab. Offenbar, wie Erkenschwicker Spieler berichten, nachdem ein Ahlener Offizieller eingeschritten war. „Die waren total aggressiv“, berichtet Augenzeuge Timo Ostdorf. „Dass die nicht noch unseren Bus gestürmt haben, war alles.“

Ditterle war am Tag darauf noch immer geplättet: „So etwas habe ich noch nicht erlebt. Man hackt immer gerne auf unsere Fans herum, aber das sollte man auch mal sehen.“

Schäden hat der Schlussmann offenbar nicht davon getragen, aber nicht nur in der Erkenschwicker Mannschaft fragt man sich, wie sich auf dem weiträumig abgesperrten Ahlener Vereinsgelände eine Gruppe junger Menschen unbemerkt Richtung Erkenschwicker Mannschaftsbus aufmachen konnte.

Da dieser Vorfall nicht im Spielbericht vermerkt war, wird er auch keine Folgen für den Verein RW Ahlen haben.

Folgenlos blieb auch ein im Spielbericht vermerkter Wurf eines Feuerzeugs aus dem Erkenschwicker Fanblock während des Spiels in Richtung des Schiedsrichter-Assistenten. Das Wurfgeschoss hatte den Referee dabei verfehlt. Staffelleiter Reinhold Spohn beließ es bei einem Verweis.

Zudem verhängte Spohn eine zweiwöchige Sperre gegen Nils Eisen. Der Erkenschwicker Kapitän hatte in der 56. Minute die Rote Karte gesehen, als er den am Boden liegenden Ball in Richtung eines Spielerrudels trat.

Eisen war von der Roten Karte am Ende am meisten überrascht: „Ich habe den Ball mit links per Dropkick weggehauen – ohne nachzudenken oder wen treffen zu wollen. Normalerweise schieße ich mit links eher in Ahlen die Flutlichter aus, als dass ich auf dem Feld irgendwas treffe.“

von Olaf Krimpmann

Zum Seitenanfang