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Langsam wird's zur schönen Gewohnheit: der Jubel mit dem Schlusspfiff, die sich in Armen liegenden Spieler und fröhlich feiernde Fans. Gestern hatten sie mal wieder allen Grund dazu. Trainer Jürgen Wielert stufte den 2:1-Sieg der Spielvereinigung über SuS Stadtlohn kurz und knapp als "überlebenswichtig" ein.

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Und lag damit nicht ganz falsch. Eine Niederlage, und die Schwarz-Roten wären wieder mittendrin gewesen im Abstiegssumpf. Dass es dazu nicht kam, verdankt die Mannschaft einer klaren Leistungsteigerung nach der Pause. "Die Jungs haben gesehen, dass wir mit 95 Prozent nicht weiter kommen. Wir müssen in jedem Spiel 120 Prozent geben", erklärt Kapitän Thomas Falkowski den Wandel.

Vor allem wenn es gegen Gegner eines Kalibers von SuS Stadtlohn geht. Zwar waren die Münsterländer ersatzgeschwächt angereist, doch dass die Mannschaft durchaus versteht guten Fußball zu spielen, war schnell zu erkennen. Vor allem die beiden Spitzen stellten die anfangs recht labile Spvgg.-Abwehr immer wieder vor arge Probleme. "Wir haben keine Zuordnung gefunden, vom Mittelfeld bis in die Abwehr Probleme gehabt", so Falkowski: "Aber Stadtlohn ist nicht ohne Grund Vierter, das hat man heute gesehen."

Am nächsten Sonntag geht es für die Spvgg. im Auswärtsspiel bei RW Ahlen II um die nächsten "Big Points". Für Ahlen dürfte das Spiel gegen die Erkenschwicker wohl die letzte Gelegenheit sein, sich noch aus dem Tabellenkeller zu schießen. Mit entsprechend gemischten Gefühlen reist die Spvgg. an die Werse.

"Keine Ahnung", sagen unisono Trainer Wielert und der Sportliche Leiter Klaus Bockhoff, wie sie Ahlen einschätzen. Wird die Reserve etwa Unterstützung aus der Zweiten Liga erhalten? Thomas Falkowski ist's ziemlich egal. "Nachlegen", fordert der Kapitän kurz und bündig. Mit einem Sieg wäre die Spvgg. fast durch, wobei angesichts der Konstellation sogar der Kapitän mit einem Remis leben könnte - damit er Abstand gewahrt bleibt. Was wichtig wäre: Neuesten Informationen zufolge soll RW Horn eine Rolle rückwärts machen und sich am Saisonende doch nicht freiwillig aus der Liga zurückziehen. Das heißt, dass es bei vier Absteigern bleiben wird.

"Wichtig ist, dass wir es aus eigener Kraft schaffen können", meint Klaus Bockhoff. "Und wir schauen auch nur auf uns." Je eher der Klassenerhalt in trockenen Tüchern ist, umso schneller kann der Sportliche Leiter schließlich den Kader für die neue Saison zusammen stellen.

"Zwei, drei Spieler mit Erfahrung, die uns weiter bringen sollten" habe er an der Angel, so Bockhoff. "Aber es muss eben auch alles in unserem finanziellen Rahmen passen." Große Sprünge kann die Spvgg. auch in Zukunft nicht machen, selbst wenn das Insolvenzverfahren in Kürze zu einem erfolgreichen Ende gebracht werden sollte. Mit dem aktuellen Personal sei sich der Verein einig.

Die Tendenz: Alle Leistungsträger bleiben. Dazu kommen die A-Junioren Alexander Glembotzki, Patrick Kunz, Dominik Ernst und Marcel Siewek, die in der neuen Saison ebenfalls zum Kader der Westfalenligamannschaft gehören werden - sofern sie nicht schon dazugehören.

Von Olaf Krimpmann

04.05.2009 | Quelle: Medienhaus Bauer