jubel in stadtlohnStadtlohns Trainer Daniel Sekic schaute Gründonnerstag um kurz vor 21.30 Uhr zu den schwarz-roten Jubelfeiern auf dem schmucken Stadtlohner Kunstrasen rüber und meinte: „Schau’ mal, wie die sich freuen. Das ist ein Oberliga-Spitzenteam! Aber das zeigt uns nur, wie ernst wir genommen werden.“

 

Es ist zwar »nur« ein Sieg, der aber will ausgiebig gefeiert werden: Ausgelassen bejubelten die Kicker der Spvgg. Erkenschwick am späten Gründonnerstag den 2:0-Sieg in Stadtlohn. Foto: Olaf Krimpmann

Und das muss man diesen Aufsteiger wirklich! Er hatte zweifelsfrei seinen Anteil an einen in den zweiten 45 Minuten zuweilen hochdramatischen Nachholspiel, das aus Stadtlohner Sicht nur einen Fehler hatte: Es jubelten die Gäste, die schlussendlich 2:0 (0:0) gewannen.

 Und in der Tat, wie diese jubelten, ließ so manchem unter den zahlreich mitgereisten Fans warm ums Herz werden: „Schwicker reloaded“, das passt vielleicht am besten als Titel. Es war ein Spiel, wie es die Fans so oder ähnlich vor allem in der vergangenen Saison oft gesehen haben – packend, dramatisch.

 Es war ein Sieg der großen Leidenschaft wie der ebenso großen Laufbereitschaft, und auch einer der taktischen Disziplin. Trainer Magnus Niemöller hatte eine mannorientierte Deckung spielen lassen, die dem frechen Aufsteiger sichtlich nicht behagte. Vor allem Tim Forsmann, der Stadtlohns Niklas Hilgemann wohl auch noch aufs Klo gefolgt wäre, wuchs an diesem Abend über sich hinaus.

 Konsequenz: Außer einem Lattenknaller durch Josse Gerick (18.) hatte SuS in den ersten 45 Minuten nicht viel zu bieten, und der resultierte auch noch aus einer Überzahl-Situation, da gerade Erkenschwicks Janos Bluhm behandelt werden musste.

 Für die Gäste hatten Stefan Oerterer (scheiterte frei an Keeper Fork; 11.) und Deniz Batman per 20-Meter-Hammer, der ebenfalls von Fork pariert wurde (40.), starke Szenen.

Nach Batmans 0:1 brennt der Platz

 Der Platz aber brannte erst nach dem Seitenwechsel, und wie! Batmans schlitzohriger Freistoß um die Mauer herum zum 0:1 (Stadtlohns André Hippers hatte kurz vor der Strafraumgrenze Nils Eisen zu Fall gebracht, ein klarer Fall von Notbremse) sorgte dabei für die nötige Würze (54.).

 Nun ging es hin und her, und der Aufsteiger zeigte mehrfach, warum er so gut in der Oberliga angekommen ist. In der 62. Minute etwa rettete Spvgg.-Keeper Tim Oberwahrenbrock in höchster Not gegen Hilgemann, den Nachschuss klärte Forsmann vor der Linie.

 Noch einmal Hilgemann per Kopf (81.) und Mario Worms völlig frei aus zehn Metern (89.) verpassten den Ausgleich. Erkenschwick verteidigte leidenschaftlich, am Ende liefen mit Tim Kilian und Philipp Rosenkranz zwei „Sechser“ auf letzter Rille, die der Trainer aus dem Spiel nehmen musste. Zuvor war mit Janos Bluhm bereits eine Kreativkraft mit Verdacht auf Muskelfaserriss im Oberschenkel ausgefallen (20.).

 Immer wieder schafften es die Gäste, sich etwas Luft zu verschaffen, doch bis zum entscheidenden Schlag dauerte es bis in die vierte Minute der Nachspielzeit hinein.

 Deniz Batman bediente Stefan Oerterer, der mit seinem 150. Meisterschafts-Tor für die Spvgg. Erkenschwick den Deckel draufmachte.

 Pikant: Wenige Sekunden zuvor hatte Stadtlohn mit einem weiteren Lattenschuss erneut ganz dicht am Ausgleich geschnuppert.

von Olaf Krimpmann

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