rudelbildung gegen rhynernDer Herbst am Stimberg bleibt heiß. Am Samstag setzte Oberligist Spvgg. Erkenschwick seine jüngste Erfolgsserie fort, kletterte nach dem 2:1 (0:0)-Erfolg über Westfalia Rhynern vorübergehend auf Platz vier.

 

Arda Nebi Spvgg. Erkenschwick Fußball Oberliga Westfalen Westfalia Rhynern Saison 2015/2016 Der Moment, der das Spiel zum Kippen brachte; Nach einem brutalen Foul an Arda Nebi (ganz links) sieht Rhynerns David Schmidt (verdeckt) in der 38. Minute die Rote Karte.  Foto: Olaf Krimpmann

Am Ende eines zuweilen hektischen Duells schnaufte Trainer Magnus Niemöller tief durch: „Es ging heute nur ums Gewinnen, um nichts anderes.“

Lange hatte nichts auf einen aufregenden Nachmittag hingedeutet. Erkenschwick wie Rhynern waren zunächst bemüht, die Kontrolle zu bewahren und den Gegner in Schach zu halten, der gegenseitige Respekt war spürbar.

 Was daher in der 38. Minute Rhynerns David Schmidt dazu verleitete, mit einer wahren Kung-Fu-Einlage Arda Nebi zu Boden zu strecken, ist nicht bekannt. Schmidt sah zu Recht die Rote Karte, und das Spiel nahm nun eine deutliche Wende.

 Erkenschwick, zunächst eher passiv, war nun voll im Spiel, hätte schon in der Nachspielzeit der ersten Hälfte in Führung gehen müssen, als Stefan Grummel einen Kopfball aus vier Metern frei neben das Tor setzte.

 Der Wiedereinstieg klappte dafür optimal: Der erste Torschuss – ein strammer „Strahl“ aus 18 Metern von Deniz Batman – schlug zur Erkenschwicker Führung ein. Mindestens ebenso sehenswert wie der Schuss war die Vorarbeit, an der Kevin Kokot großen Anteil hatte. „Das war Tiki-Taka“, schmunzelte Tim Oberwahrenbrock, Spvgg.-Keeper auf der Bank.

Rhynern blieb auch in Unterzahl immer gefährlich

 Mit der Führung im Rücken spielten die Platzherren weiter nach vorne. Allerdings waren viele Angriffe zu ungestüm, zu unkontrolliert, während Rhynern trotz Unterzahl stets eine latente Gefahr herauf beschwor. So blieb die umkämpfte Partie stets auf Messers Schneide.

 Einige Großchancen ließen die Platzherren ungenutzt, etwa durch Nebi (68.) und Oerterer (78.), und auch das längst überfällige 2:0, das Stefan Oerterer nach famoser Vorarbeit von Arda Nebi in der 82. Minute erzielte, bedeutete noch lange keine Entwarnung.

 In der Nachspielzeit kamen die Gäste zum Anschlusstreffer per Foulelfmeter, nachdem Daniel Feldkamp Mathieu Bengsch von den Beinen geholt hatte (90. + 2).

 Schiedsrichter Jonathan Lautz pfiff das Spiel danach nicht mehr an, was allerdings kaum für strahlende Gesichter auf Erkenschwicker Seite führte. Denn der Sieg könnte teuer erkauft sein.

 Kurz vor Abpfiff fiel Torhüter Marcel Müller bei einer Faustabwehr derart unglücklich auf die linke Schulter, dass der Schlussmann wohl besser hätte ausgewechselt werden müssen. Trainer Magnus Niemöller hatte sein Wechselkontingent allerdings bereits erschöpft, nach einer langen Behandlung biss Müller dann auf die Zähne und spielt durch.

 An Schlaf war in der Nacht auf Sonntag aber nicht zu denken, eine Untersuchung am Sonntag im Krankenhaus ergab, dass es sich offenbar um eine Prellung handelt. Ob Sehnen in Mitleidenschaft gezogen sind, ist nicht klar.

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