kreispokalsieger 2015 tsvDer Kreispokalsieger 2015 heißt TSV Marl-Hüls. Am Abend schlug der Westfalenligist die Spvgg. Erkenschwick vor 400 Zuschauern im Loekampstadion in einem zwar nicht hochklassigen, aber spannenden Duell in der Verlängerung mit 2:1. Unter den personellen Voraussetzungen des TSV war das mindestens eine faustdicke Überraschung.

Die helle Freude am Loekamp: Kapitän Sebastian Westerhoff (vorn) stemmt die Trophäe, die Kollegen jubeln hinter dem Banner des Pokalsponsors.  Foto: Olaf Krimpmann

Mit Blick auf den Westfalenliga-Kracher gegen Westfalia Wickede am Sonntag rotierte der Hülser Trainer Michael Schrank reichlich Stammkräfte aus seinem Kader. Torhüter Bley, Diericks, Erwig, Cakiroglu, Witjes, Temel oder Gedenk – sie alle fanden sich in der Zuschauerrolle.

 Die Ex-Erkenschwicker Sebastian Westerhoff und Maurice Kühn freilich ließen es sich nicht nehmen, die Hülser „1B-Elf“ anzuführen. Die wurde am Ende endgültig zum Underdog, als mit Kriesten, Baf und Thyret drei A-Junioren ihr Debüt in der ersten Mannschaft feiern.

 Dass es ein erfolgreiches Debüt wurde, lag am engagierten, furchtlosen Hülser Spiel. Aber auch an der Spvgg. Erkenschwick. Der Oberligist wusste mit seiner Favoritenrolle am Loekamp nicht viel anzufangen. Dem Erkenschwicker Spiel fehlten das nötige Tempo, die Laufbereitschaft und die Genauigkeit, um den TSV nachhaltig in Verlegenheit zu bringen.

 Rund eine halbe Stunde tat sich in der Pokalpartie außer ein paar herzhaften Zweikämpfen wenig. Erst dann nahm das Spiel Fahrt auf – mit einer exzellenten Chance für Julian Sammerl, der am Hülser Torhüter Timo Luppatsch scheiterte (33.).

 Das 1:0 fiel überraschend auf der Gegenseite: Nach einer Westerhoff-Ecke bekam Marco Lukas den Ball „mundgerecht“ vor die Füße serviert. Der Hülser vollendete mit einem strammen Abschluss (38.).  Die Erkenschwicker Antwort kam prompt und nicht weniger wuchtig: Deniz Batman veredelte den bis dato besten Erkenschwicker Angriff mit einem krachenden Schuss in den Torwinkel – 1:1 (40). Wenig später verpasste Torjäger Stefan Oerterer das mögliche 1:2 (43.).

 Was die lebhafte Viertelstunde vor der Pause versprach, hielt die zweite Halbzeit leider nicht: Die Spielvereinigung tat sich schwer, gegen kämpferische Hülser klare Möglichkeiten zu erzwingen. Die beste Chance, die Verlängerung zu verhindern, hatte noch der TSV: Abwehrmann von der Gathen scheiterte am reaktionsschnellen Spvgg.-Torhüter Michael Strzys (70.). So blieb’s nach 90 Minuten beim 1:1.

 Weil am Ende fast nur noch Fußballer auf dem Platz standen, die am Sonntag nicht in der Start-Elf stehen werden, hatte auch TSV-Trainer Michael Schrank Spaß an einer Verlängerung: „Kompliment. Die Jungs haben sich klasse aus der Affäre gezogen.“

Für den TSV kam es dort noch besser: Den genialen Moment, den sich die Erkenschwicker Fans von ihrer Mannschaft erhofften, hatten nach 107 Minuten zwei junge Hülser: Marco Lukas spielte punktgenau in den Lauf von David Sdzuy, der im „16er“ von Torhüter Strzys von den Beinen geholt wurde. Schiedsrichter Armin Sieber hatte keinen Spielraum: Rot für Strzys, Elfmeter für den TSV.

 Und weil Spvgg.-Trainer Magnus Niemöller bereits drei Mal gewechselt hatte, zog sich Abwehrspieler Davide Basile ein Torhüter-Trikot über. Gegen Kai von der Gathens Strafstoß war er chancenlos (108.).

 In der Folge suchten die Erkenschwicker nachzuholen, was sie zuvor versäumt hatten: Sie drängten den TSV in die eigene Hälfte. Und sie hatten gute Chancen: Opiola köpfte am Tor vorbei, Oerterer vergab, Batman scheiterte an Luppatsch. Die Spvgg. attackierte – bis sich nach 122 Minuten die Hülser in den Armen lagen.

Quelle: Stimberg-Zeitung

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