Sooo weit ist die Karibik weg, scheint Erkenschwicks Keeper Christopher Ditterle hier anzudeuten. Foto: Krimpmann  Vielleicht sollte der Westdeutsche Fußball-Verband aus gegebenem Anlass eine Presse- und Vereinskonferenz einberufen. Einziges Thema: Der Abstieg aus der Regionalliga West.


Derzeit kursieren so viele Versionen von dem, was nach dem Saisonende geschieht, wie es abstiegsgefährdete Klubs gibt. Kein Wunder, dass der Hülser Trainer Martin Schmidt sich an den verwirrenden Spekulationen nicht beteiligen will. „Im Moment steht nur fest, dass alles unsicher ist“, sagt der Übungsleiter. Seine Schlussfolgerung: Es lohnt sich, weiter zu kämpfen. „Am Ende werden wir dann sehen, wozu es gut war.“

Die wichtigsten Fragen: Springt Hilal Maroc Bergheim – der einzige Mittelrhein-Ligist, der eine Lizenz beantragt hat – noch unter die Top drei und steigt auf? Rettet sich Borussia Dortmund II in der 3. Liga? Schafft Lotte den Aufstieg? Zieht sich der Wuppertaler SV, wie von Teilen seiner Mitglieder favorisiert, aus freien Stücken in die Oberliga zurück?

Die Antworten darauf könnten auch über Abstieg oder Klassenerhalt des VfB Hüls bestimmen.

Der 1:0-Erfolg gegen den FC Kray am Sonntag hat die Chancen des Aufsteigers nicht verschlechtert. Der hat an den beiden letzten Spieltagen allerdings schwere Aufgaben vor der Brust: Am Pfingstsonntag geht’s zur U23 des FC Schalke 04, am 25. Mai ist der SC Wiedenbrück zu Gast am Badeweiher.

Einer der fußballerischen Höhepunkte des Wochenendes wurde in Bochum-Wattenscheid gefeiert. Wobei der 2:1-Sieg von Oberligist Spvgg. Erkenschwick bei der SG Wattenscheid 09 doch in gewisser Art und Weise ärgerte. 57 Punkte hat die Spvgg. nun auf dem Konto, alle Derbys gegen Wattenscheid, Herne und Schermbeck gewonnen.

„Schade dass es bei uns keine Punkteprämie gibt“, erläuterte Keeper Christopher Ditterle. „Dann würden wir bald nicht nach Mallorca, sondern in die Karibik fliegen.“

Vier, die den Sieg ganz besonders auskosteten, waren Timo Ostdorf, Nils Eisen, Stefan Oerterer und Trainer Magnus Niemöller. Die trafen sich noch im Wattenscheider VIP-Raum und wurden dort verköstigt. Es gab Sauerkraut, Kartoffelpüree und Kassler, quasi gratis zu den drei Punkten zuvor.

Dass ein erfahrener Spieler einer Mannschaft im Abstiegskampf hilfreich sein kann, ist nicht neu. Trotzdem war der Respekt von Christian Kaup am Sonntag groß. Der mittlerweile 38 Jahre alte Abwehrrecke hatte seit letzten Sommer kein Fußballspiel mehr bestritten, wurde aber von Westfalia Hernes Trainer Jörg Silberbach nach der Pause gebracht.

Offenbar mit Erfolg, wie der 3:0-Erfolg des Oberliga-Kellerkindes in Gütersloh zeigte, an dem auch Defensivstratege Kaup Anteil hatte. „Das hätte ich mir vor einer Woche nicht träumen lassen, dass ich heute Oberliga spiele“, war der „Oldie“ nach dem Spiel baff.

von Thoma Braucks und Olaf Krimpmann 

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