In der 10. Minute erzielt Stefan Oerterer die Führung für die Gäste vom Stimberg.Spvgg. Erkenschwicks Trainer Magnus Niemöller hatte nicht zu viel versprochen, als er ein „hochemotionales Spiel“ seiner Mannschaft bei RW Ahlen erwartete.

Die Fakten lauten am Ende von insgesamt 96 Spielminuten wie folgt: Zehn Gelbe Karten, drei Rudelbildungen, eine Rote Karte, aber keine Punkte für Schwarz und Rot.
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Die Gäste vom Stimberg fingen sich vor 705 Zuschauern im Werse-Stadion eine vermeidbare, aber auch verdiente 2:3 (1:0)-Niederlage ein. Vermeidbar, weil die Gäste zu Beginn alles unter Kontrolle hatten und durch Stefan Oerterer nach Traumpass von Sebastian Westerhoff früh 1:0 in Führung gingen (10.). Sicherheit vermochte das Tor aber nicht zu geben.

Verdient, weil mit zunehmender Spielzeit Ahlen gegen die mit dem letzten Personal angetretenen „Schwicker“, wo mit Kevin Kokot und Christopher Weißfloh nur zwei Oberliga-erfahrene Spieler auf der Bank Platz nahmen, besser ins Spiel kam. Schon vor der Halbzeit – Ahlens Nils Hönicke provozierte die erste Rudelbildung – wäre der Ausgleich möglich gewesen, doch Aaron Vasiliou klärte auf der eigenen Torlinie (45.).

Nach dem Wechsel wurden die Gäste zweimal kalt erwischt. Einmal lief Arda Nebi auf und davon, als die Spvgg. ohne Not weit aufgerückt war, und markierte frei vor Christopher Ditterle das 1:1 (51.). 120 Sekunden später waren die Gäste bei einem Freistoß von Fatmir Ferati nicht im Bilde, der über René Lindner zu Nico Niemeier kam, der den Ball aus kurzer Distanz über die Linie drückte (53.). „Slapstick“, moserte Magnus Niemöller, der das Tor „genau so kommen sehen“ hat: Sein Team produzierte gestern einfach zu viele Freistöße aus ganz gefährlichen Regionen.

Das hoch intensive Spiel, das schon zuvor mehrfach aus dem Ruder zu laufen drohte, strebte nun seinem emotionalen Höhepunkt zu, als sich bei der zweiten Rudelbildung, ausgelöst durch Philipp Rosenkranz, plötzlich fast alle Spieler in einem Knäuel gegenüber standen. In das schoss Nils Eisen mit halber Kraft den Ball – und wurde mit dem Platzverweis bestraft.

Angesichts weit üblerer Foulspiele auf dem Feld eine geradezu grotesk harte Entscheidung des jungen Unparteiischen Christopher Schütter. Die numerische Überzahl nutzte Ahlen aus. Erst rettete Davide Basile für seinen geschlagenen Keeper auf der eigenen Torlinie (71.), dann spielte ungewollt Florian Fricke Schicksal, der einen Ball dorthin bekam, wo es beim Mann für gewöhnlich am meisten weh tut, das Rund aber so ungewollt zu Niemeier prallte, der mit seinem zweiten Treffer die Partie vorentschied (74.).

Mit dem Mute der Verzweiflung aber kamen die Gäste zurück ins Spiel. Deniz Batman hielt aus 25 Metern einfach drauf und traf flach ins Eck zum 2:3 (77.) – es war der Auftakt für eine dramatische Schlussphase. In der auf einmal die Gäste Oberwasser hatten. Während die Ahlener Fans schon „Abpfeifen“ skandierten und Schiri Schütter vier Minuten Nachspielzeit anzeigte – zwischenzeitlich hatte es eine dritte Rudelbildung gegeben, ausgelöst durch Davide Basile und Arda Nebi – gab es sie, die große Chance zum Ausgleich. Einen Meter zentral vor der Strafraumgrenze war Philipp Rosenkranz gefoult worden.

Sebastian Westerhoff legte sich den Ball zum Freistoß zurecht. Wäre die Ahlener Mauer nicht punktgenau hochgesprungen, dieser Ball hätte wohl gepasst (90. + 2). So aber gab’s „nur“ Eckball für die stark kämpfenden Erkenschwicker, die sich allerdings den Vorwurf gefallen lassen mussten, ab Minute 30 die Kontrolle über das Spiel verloren zu haben.

Von Olaf Krimpmann

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