Seit Montagabend steht fest: Ex-Profi Stefan Blank wird Sportlicher Leiter beim NRW-Ligisten Spvgg. Erkenschwick. Im Interview erklärt der 33 Jahre alte Gelsenkirchener seine Beweggründe und seine Ziele mit dem Traditionsverein vom Stimberg.

 

 
? Herr Blank, Ihren Namen als Kandidat für ein Amt bei der Spvgg. Erkenschwick hatte wohl niemand auf der Rechnung. Wie kommt es zu dieser Verbindung?

! Blank: Es ist schön, wenn man mal jemanden überraschen kann. Aber im ernst: Der Verein kam vor etwa zwei Wochen auf mich zu und schon nach den ersten Gesprächen war klar, dass wir auf derselben Linie liegen. Am Montag in Herne-Sodingen haben wir dann alles festgemacht.

 

? Zu beneiden sind Sie um Ihre Aufgabe nicht unbedingt. Der Verein schwimmt nicht gerade in Geld, sportlich läuft alles auf einen Abstiegskampf in der NRW-Liga hinaus und das Umfeld gilt als schnell unzufrieden…


! Blank: Schwere Aufgaben nehme ich immer gerne an. Ich habe immer gesagt, dass ich nach meiner aktiven Karriere als Trainer oder im Management eines Vereins arbeiten möchte. In Erkenschwick kann ich mich ganz auf eine Aufgabe konzentrieren, das ist schon mal ein guter Einstieg.

? Als Profi waren Sie Verteidiger. Sehen Sie sich im Verein auch als den „Ausputzer“, wie ihn zuweilen Ihr Vorgänger im Amt, Klaus Bockhoff, verkörperte?

! Blank: Mein Vorteil ist, dass ich von außen komme und völlig unvorbelastet an die Dinge herangehen kann. Ich habe nicht die Vereinsbrille auf und will auch nicht ausschließen, dass es mal lauter werden kann, wenn es um die Sache geht. Aber alles wird in einem konstruktiven Rahmen blieben. Ich will mithelfen, neue Strukturen zu schaffen und den Verein nach außen besser dazustellen.

? Sportlich wird‘s trotzdem eine schwierige Kiste. Als ehemaliger Trainer der SG Wattenscheid 09 kennen Sie die Liga. Wo stufen Sie die Spvgg. ein?
! Blank: Im Spiel gegen Hüls und in der ersten Halbzeit gegen Hordel waren bereits gute Ansätze zu sehen. Natürlich weiß ich, dass Vorbereitung und Meisterschaft immer verschiedene Dinge sind. Aber was man erkennen kann, ist, dass das eine gut ausgebildete, junge und hungrige Truppe ist, die auch deshalb überraschend aufgestiegen ist, weil sie immer an sich geglaubt hat. Das muss sie auch diesmal. Sicher haben einige Vereine in der Liga stark aufgerüstet. Da kann Erkenschwick nicht mithalten, weil die finanziellen Möglichkeiten einfach nicht vorhanden sind. Aber ich sehe da einige Vereine auch auf Augenhöhe. Klar aber bleibt: Alleiniges Ziel ist es, die Klasse zu halten.

? Den Mann mit dem Geldkoffer bringen aber auch Sie nicht mit, oder?
! Blank: Gibt’s den überhaupt? Ich weiß, dass es in Erkenschwick nicht viel zu verdienen gibt. Wichtig ist, dass der Etat steht und dass die Gelder pünktlich gezahlt werden. Glauben Sie mir, das ist heutzutage keine Selbstverständlichkeit mehr. Da aber denke ich, hat der Verein im letzten Jahr gute Arbeit geleistet.

? Bleibt das Umfeld. Könnte das ein Problem werden?


! Blank: Ich denke, man sollte nicht zu hohe Ansprüche stellen. Mit Sicherheit wird es Phasen geben, wo es zwei, drei Niederlagen in Folge geben wird. Die Mannschaft hat einen guten Charakter, ihr darf und muss man eine Niederlage verzeihen. Die NRW-Liga ist eine Herausforderung für Mannschaft, Verein und auch für mich. Aber Herausforderungen gehören zum Sport dazu, sonst bräuchte man gar nicht anzutreten.

von Olaf Krimpmann

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