oberwahrendorf tim3Spiele bei SuS Neuenkirchen haben für die Spvgg. Erkenschwick auch nach dem 15. November 2015 ihr ganz besonderes, unangenehmes Flair. Sonntag unterlagen die Schwarz-Roten mit 2:3, der Neuenkirchener Siegtreffer durch den kurz zuvor eingewechselten Daniel Seidel fiel zwei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit.

 

Er traf die Schwarz-Roten ins Mark, die wohl mit einem Punkt auf dem Kunstrasenplatz am Waldstadion durchaus hätten leben können. „Insgesamt ist der Sieg nicht unverdient, das muss man der sportlichen Fairness halber sagen“, so Erkenschwicks Trainer Magnus Niemöller. „Trotzdem: Drei Gegentreffer und die Art, wie sie gefallen sind, durften so nicht sein.“

Es ist schon eine kuriose Situation am Sonntag in Neuenkirchen: Gut 30 Minuten spielen die Gäste offenbar überhaupt nicht mit, leisten sich sogar den einen oder anderen Wackler und Ausrutscher, halten aber ein 0:0.  Dann übersehen die Schwarz-Roten bei einer Flanke von der linken Defensivseite den aufgerückten Rechtsverteidiger Oliver Mümken, und der schießt aus 14 Metern ein zum 1:0 (31.).

 Jetzt endlich bemühen sich auch die Gäste darum, Fußball zu spielen, und sie haben zunächst das Glück auf ihrer Seite: Nachdem Tim Oberwahrenbrock in höchster Not einen Ball aus dem eigenen Strafraum an Freund und Feind nach vorne gedroschen hat, landet das Rund bei Stefan Oerterer.

 Der fackelt nicht lange, nagelt das Spielgerät aus 16 Metern an den Innenpfosten zum 1:1 ins Neuenkirchener Tor (44.). Bemerkenswert: Es ist der erste Erkenschwicker Torschuss im gesamten Spiel, und der bringt gleich den einhundertprozentigen Ertrag.

 War das Spiel lange arm an starken Szenen, wird es nach dem Seitenwechsel nun zum munteren Verfolgerduell mit Chancen auf beiden Seiten. Die Gäste vom Stimberg erwischen den besseren Start, Christoph Kasak köpft eine Oerterer-Ecke an die Torlatte, Lukas Opiola scheitert am glänzend reagierenden SuS-Keeper mit der zweiten Chance in dieser Szene (47.).

 Doch just, als Erkenschwick den nächsthöheren Gang einlegen will, säuft der Motor auch wieder ab. Auf der sträflich freien rechten Erkenschwicker Seite darf Nawid Nesar in aller Ruhe einen Adressaten im Erkenschwicker Strafraum suchen, den der Neuenkirchener auch in Mirco Husmann findet – und wieder müssen die Gäste einem Rückstand hinterher laufen (53.). Aber wieder kommt die Reaktion zeitnah.

 Kevin Kokot läuft bis zur Grundlinie, und als alles mit einem Pass in den Rücken der Neuenkirchener Abwehr rechnet, zieht „Kokser“ aus sechs Metern ab und überrascht mit dem erneuten Ausgleichstreffer (65.).  Das sollte es am Ende eines rassigen Spiels aber nicht gewesen sein. Beide Teams spielen erst munter nach vorne, ehe in den letzten zehn Minuten die Spvgg. ziemlich eingeschnürt wird.

 Ärgerlich trotzdem die Entstehung des Neuenkirchener Siegtreffers: Erst wird auf der rechten Erkenschwicker Abwehrseite erneut eine Flanke nicht verhindert, dann steht Davide Basile schlecht zum eingewechselten Daniel Seidel. Und dessen Kopfball trudelt dann auch mehr ins Tor, als dass er einschlägt (88.).  Keeper Tim Oberwahrenbrock, in der 63. Minute noch mit einer großartigen Rettungstat gegen Nawid Nesar, war dabei kurz, aber entscheidend weggerutscht…

von Olaf Krimpmann

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