eisen nils 14Es brauchte gar nicht vieler, quälend langer Minuten nach Spielschluss am Pulverwald, ehe Erkenschwicks Trainer Magnus Niemöller die 0:2 (0:0)-Niederlage der Schwarz-Roten auf einen Satz reduziert hatte: „Das ist eben der kleine Unterschied zwischen einer Mannschaft wie Erndtebrück, die um den Titel mitspielt, und einem Team wie uns auf den Plätzen vier oder fünf.“

 

Erkenschwick verteidigte in Erndtebrück wie hier Nils Eisen (l.) lange Zeit sehr aufmerksam. Foto: Krimpmann

Ein Unterschied, der recht klein ist, aber eben entscheidend sein kann. Wie Sonntag im Pulverwaldstadion, in dem sich die „Schwicker“ knapp eine Stunde bestens verkauften.

 Erndtebrück, bestes Offensiv-Team der Liga, hatte sich bis dahin keine klare Einschussmöglichkeit herausspielen können: Die Gäste, angetreten mit nur elf gesunden, einsetzbaren Feldspielern (auch das war ein kleiner Unterschied zur prall besetzten Erndtebrücker Bank), überließ dem TuS zunächst zwar das Spiel, nicht aber die Räume.

„Wir haben keine Chancen zugelassen“, meinte Niemöller, der bis zur 57., Minute „ein richtig, richtig gutes Spiel“ seiner Mannen gesehen hatte, dem es taktisch und personalbedingt nur an einem fehlte: Mehr Courage im Spiel nach vorne. Aber das war genau so von Niemöller mit Blick auf die Qualität der Wittgensteiner einkalkuliert worden: „Erndtebrück versucht immer früh, die Entscheidung zu erzwingen.“

Dass dabei das eigene Offensivspiel lahmte, nahm Niemöller bewusst hin: „Dass wir hier nicht die Torschussstatistik gewinnen würden, war klar.“ Sein Matchplan sah anders aus: „Wichtig war, dass wir mit dem 0:0 in die Halbzeit gegangen sind.“

Nach dem Wechsel lauerten die Gäste dann auf ihre Chance. Die Spvgg. traute sich nun zusehends aus der Deckung, fand Mut zu einigen im Ansatz aussichtsreichen Offensivaktionen, ohne aber zu zwingenden Abschlüssen zu kommen.

Inmitten dieser Phase passierte dann das Malheur: Rechtsverteidiger Kevin Kokot hatte sich weit nach vorne gewagt, als Erndtebrück am eigenen Strafraum in Ballbesitz kam. Markus Waldrich nutzte seine Räume weidlich aus, wurde von seinem Bewacher Daniel Feldkamp dabei nur halbherzig gestört. Feldkamp war bereits mit vier Gelben Karten belastet ins Spiel gegangen. Der Rest war somit nur Formsache: Erst scheiterte Waldrich mit seinem Schuss am auf der Torlinie stehenden David Sawatzki. Den Nachschuss setzte Laurenz Wassinger dafür humorlos zum 1:0 in die Maschen (57).

 Bitter: Der erste echte „Bock“ der Gäste wurde umgehend bestraft, was noch so einen Unterschied an diesem Tage ausmachte.

Müßig zu spekulieren, was passiert wäre, hätten die Gäste länger die Null gehalten. Dass Erndtebrück lange nichts einfiel, um Gefahr zu verbreiten, war ein Produkt einer bekannt guten Mannschaftsleistung der „Schwicker“. „Wir haben gesehen, wie gut Erkenschwick verteidigen kann“, sparte auch Erndtebrücks Trainer Florian Schnorrenberg nicht mit Lob.

Mit dem 1:0 im Rücken wurde es eine offenere Partie. Niemöller zog mit den beiden 20-Jährigen Alexander Robers und Julian Sammerl die einzigen Personalkarten, die er ziehen konnte, was Erndtebrück aber kaum in Verlegenheit brachte. Zu routiniert stand die TuS-Defensive, die nur direkt nach der Pause einige kleine Wackler hatte. Einer führte zu einem Schuss von Stefan Oerterer aus spitzem Winkel über den TuS-Kasten (48.).

Zwangsläufig ergaben sich aber Räume für die Platzherren. Tokio Nakai (63.) und Waldrich (79.) scheiterten frei an Spvgg.-Keeper Tim Oberwahrenbrock, ehe Wassinger mit seinem zweiten Treffer alles klar machte (80.).

von Olaf Krimpmann

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