oerterer36Dass es auf der Hoppelwiese an der Dorstener Straße keinen fußballerischen Schönheitspreis zu gewinnen gibt, hatte die Spvgg. Erkenschwick schon im Vorfeld des Duells mit dem SV Zweckel gewusst. Dass der Oberligist mit den Gladbeckern Mühe haben würde, war ebenfalls zu befürchten.

 

  Stefan Oerterer Spvgg. Erkenschwick Fußball Oberliga Westfalen Saison 2015/2016 Auf dem Weg zum 1:2: Stefan Oerterer umkurvt Zweckels Keeper Tiszai und trifft zum 1:2.  Foto: Olaf Krimpmann

Vielleicht war Trainer Magnus Niemöller nach dem 3:1-Sieg seiner Mannen am Ende deshalb so betont aufgeräumt? Es ist zu vermuten. Erkenschwick verbuchte am Sonntag jedenfalls einen Erfolg, den man gemeinhin als Arbeitssieg titulieren darf. „Und davon haben wir in dieser Saison noch nicht so viele gehabt“, meint der Trainer.

 Hinter ihm lag ein Spiel, das wenig hochklassig, aber doch abwechslungsreich war und in den ersten 45 Minuten zuweilen sogar arg turbulent. Zweckels Devin Müller sah bereits nach 28 Minuten die Ampelkarte, was Trainer Appelt nicht wahrhaben wollte. Auch er musste seinen Platz vorzeitig räumen.

 Sein Schützling hatte Schiedsrichter Bernd Westbeld körperlich bedrängt, wofür es nun mal eine Verwarnung gibt. Grund: Müller hatte den Arm von Stefan Oerterer ins Gesicht bekommen und dabei wohl auch einen Zahn eingebüßt.

 Müllers doppeltes Pech war, dass es seine zweite Verwarnung war. Gerade 180 Sekunden zuvor hatte er Erkenschwicks Davide Basile zu Boden gestoßen und war dabei mit „Gelb“ noch glimpflich gut weggekommen.

„In Überzahl und dann noch beim Schlusslicht – das hatten wir alles schon“, war Spvgg.-Trainer Magnus Niemöller von der Situation auf dem Spielfeld aber alles andere als erbaut. Beim SC Paderborn II kassierte sein Team unter ähnlichen Voraussetzungen unlängst eine 1:2-Niederlage, und ganz ausgeschlossen war sie auch am Sonntag in Zweckel nicht.

 Ob in Gleich- oder in Unterzahl: Vor allem in den ersten 45 Minuten kamen die Gladbecker zu erstaunlich vielen guten Gelegenheiten, die sie aber zum Erkenschwicker Glück nicht nutzten.

 Die wiederum verpassten es, frühzeitig Selbstvertrauen zu tanken, nachdem Arda Nebi in der achten Minute ein Zuspiel von Janos Bluhm zum 0:1 in die Maschen getreten hatte. Nur drei Minuten später kam Zweckel mit dem ersten Torschuss durch Cengelcik zum 1:1.  Seine Mannschaft, die zuletzt viel Prügel hatte einstecken müssen, fightete bemerkenswert, wenn auch – siehe der Platzverweis von Müller – zum Teil arg übermotiviert.

 Erst nach dem Wechsel bekamen die Schwarz-Roten die Oberhand, auch wenn der Trainer nie das Gefühl hatte, „dass wir das hier total kontrollieren“. Drei, vier starke Momente reichten dann aus, um den Dreier einzufahren.

 In der 72. Minute spielte Stefan Grummel einen Traumpass in die Tiefe auf Stefan Oerterer, der den Ball lässig an Keeper Tiszai vorbei legte und zum 1:2 einschoss.

 Zehn Minuten später fiel die endgültige Entscheidung, als der eingewechselte Christoph Kasak einen von Oerterer getretenen Eckstoß mustergültig zum 1:3 einköpfte. Einfacher geht es nicht.

 Und da der Zweck bekanntermaßen immer noch die Mittel heiligt, durfte der Trainer am Ende des Nachmittages ein Häkchen setzen.

 Mittelprächtig gespielt, dafür aber letzten Endes souverän gewonnen: „Ich freue mich, dass wir uns über einen Arbeitssieg freuen können“, schloss Magnus Niemöller – und dachte da schon ans kommende Kreispokalspiel am Samstag gegen den TSV Marl-Hüls.

von Olaf Krimpmann

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