blankstefanWINDECK. Einerseits hat sich die Situation der Spvgg. Erkenschwick in der NRW-Liga-Tabelle seit gestern verschlechtert. Die Lage ist nach 18 Spielen offen gestanden sogar ziemlich mies.Andererseits hat der Traditionsverein vom Stimberg gestern Nachmittag einen großen Schritt nach vorne gemacht. Am Ende stand die Spvgg. zwar im ungleichen Duell mit dem neuen Tabellenführer Germania Windeck mit leeren Händen da.
Wie sich aber die diesmal ganz in Schwarz gekleideten Erkenschwicker bei der 2:3 (2:2)-Niederlage präsentierten, das war schon große klasse. Am Ende sprach gar Windecks Trainer Heiko Scholz von einem glücklichen Sieg. Weil der erst in der 86. Minute perfekt gemacht wurde. Salvatore Amirante traf per Foulelfmeter, nachdem Artur Matlik sechs Meter vor dem eigenen Tor Windecks Michael Kessel gelegt hatte.

Voraus gegangen waren packende Minuten, von denen die ersten 45 mit Sicherheit die besten waren, die der Aufsteiger in dieser Saison gespielt hat. Zweimal ging der Außenseiter in Führung, zweimal war Marvin Schurig beteiligt, der nach dem krankheitsbedingten Ausfall von Dennis Warncke den offensiven Part auf der linken Seite übernommen hatte.

Dahinter verteidigte überraschend A-Junior Jonas Grütering, der gleich beim Tabellenführer ins eiskalte Wasser der NRW-Liga geworfen wurde. Und seine Sache ausgesprochen gut machte.

In der 13. Minute passte Schurig das erste Mal scharf in den Windecker Strafraum, wo Alexander Glembotzki lauerte, der ebenfalls überraschend den Vorzug vor Stefan Oerterer erhalten hatte. In höchster Not klärte Eugen Tschumakow – und schlug den Ball zum 0:1 ins eigene Tor.

Windeck kam nur drei Minuten später durch Lucas Musculus zum Ausgleich – und das unter tatkräftiger Mithilfe von Kevin Kokot, der 30 Meter vor dem eigenen Tor den Ball nicht klärte, wozu er alle Zeit der Welt gehabt hätte. Aber die Spvgg. hatte an diesem Tage ja noch einen Marvin Schurig, der ganz klar einer der auffälligsten Akteure auf dem Platz war.

Dessen Krönung erfolgte in der 23. Minute, als Schurig 20 Meter vor dem Tor eine Steilvorlage halbvolley nahm und derart fulminant zum 1:2 ins Netz drosch, dass es in den engeren Kandidatenkreis zum „Tor des Monats“ allemal gereicht hätte.

Wieder aber sollte die Führung nicht lange währen. In der 34. Minute war Amirante auf der rechten Seite entwischt und dessen Hereingabe fand in Musculus einen Abnehmer. „Wir haben eine junge Truppe, da dürfen Fehler passieren“, nahm Erkenschwicks Trainer Stefan Blank seine Jungs bei den beiden Gegentoren in Schutz. Er wusste nur zu gut: „So, wie wir uns präsentiert haben, so wollen uns unsere Fans sehen.“

Trotz der Niederlage. Denn auch wenn Windeck in den zweiten 45 Minuten phasenweise drückend überlegen war, hielt das Erkenschwicker Bollwerk stand. Da wurde gerackert und gekämpft und gehalten, was das Zeug hielt.

Dreimal parierte Marcel Müller glänzend (57.; 74.; 76.), einmal rettete ein Abwehrbein vor der Torlinie (51.), ehe der gute Schiedsrichter Alexander Hoff in der 86. Minute freie Sicht aufs Geschehen hatte und keine Zweifel ließ, dass er ein Foulspiel von Matlik gesehen hatte. Allerdings gaben sich die Gäste damit nicht auf.

In der Nachspielzeit stürmte gar Keeper Müller mit nach vorne. Als er noch im Kasten gestanden hatte, sah er aus der Ferne die letzte gute Erkenschwicker Aktion, einem von Schurig getretenen Eckball, nach dem Artur Matlik den Ball aus 14 Metern an die Außenkante des Torgebälks schoss (88.). Das mögliche 3:3 wäre die Krönung für ein couragiertes Spiel gewesen.

Windeck: Gillen – Schultens, Kukielka, Tschumakow, Tuysuz – Nehrbauer, Grebe, Müller (62. Kessel), Jörgens (62. Thomassen) – Amirante, Musculus
Erkenschwick: Müller – Grütering, Matlik, Schmidt, Kokot – Falkowski, Makarchuk, Schurig, Simon (71. Ostdorf) – Opitz (58. Menne), Glembotzki (58. Oerterer)
Schiedsrichter: Hoff (Krefeld)
Zuschauer: 417
Tore: 0:1 Tschumakow (13., Eigentor), 1:1 Musculus (16.), 1:2 Schurig (23.), 2:2 Nehrbauer (34.), 3:2 Amirante (86., Foulelfmeter).
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