wflvDie Hoffnungen der Vereine hatten sich ganz schnell erledigt. Der Westdeutsche Fußball- und Leichtathletik-Verband (WFLV) weicht keinen Zentimeter von seinen Auflagenkatalog für die NRW-Liga ab.


    
 
Dies machte der Verband bei einer Tagung in Duisburg am Mittwochabend deutlich. Alle aktuellen NRW-Ligisten, aufstiegswillige Vereine aus Westfalen-, Nieder- und Mittelrheinliga sowie gefährdete Klubs der Regionalliga müssen im Frühjahr wieder das aufwändige und dazu ziemlich kostspielige Zulassungsverfahren durchlaufen. Allein der Finanzantrag, der von einem Wirtschaftsprüfern abzusegnen ist, kostet rund 5000 bis 6000 Euro.
„Alles bleibt wie gehabt“, berichtete Horst Darmstädter, Abteilungschef des VfB Hüls, enttäuscht. „Dabei hat Präsident Hermann Korfmacher angedeutet, dass es Abstriche am Verfahren geben könnte. Passiert ist nichts. Da hätten wir genauso gut zu Hause bleiben können.“
Wie beim VfB Hüls so hatte man auch bei der Spvgg. Erkenschwick auf Erleichterungen gehofft. Vergeblich, wie Spvgg.-Präsident Thomas Czarnetzki und Geschäftsführer Wolfgang Urbanczik in Duisburg schnell klar wurde.
Das Gros der aktuellen NRW-Ligisten hatte wohl von vornherein keine Erwartungen an die Tagung – sie waren erst gar nicht angereist.
Für den WFLV spielt auch keine Rolle, dass die NRW-Liga keine Zukunft hat. 2012 wird die Liga bekanntlich aufgelöst – an ihre Stelle tritt als höchste Spielklasse im Bereich des WFLV die Regionalliga West. Mit Folgen für den Wert der nächsten Saison.
Nur wer genug Potenzial besitzt, um einen der Aufstiegsplätze zur reformierten Regionalliga mitzukicken, hat 2011/12 etwas zu gewinnen. Ab Rang sechs abwärts beginnt vermutlich die „Abstiegszone“.
Der FC Wegberg-Beeck hat daraus bereits die Konsequenzen gezogen und verzichtet von vornherein auf die Lizensierung. Das Geld will der Klub lieber in seine Jugendabteilung stecken. Was aber, wenn andere Vereine dem Beispiel folgen und freiwillig auf die sportlich zweifelhafte NRW-Liga verzichten?
Die Aussicht schreckt Verbands-Fußballausschuss-Chef Hans-Leopold Schneider nicht, wie er auf Nachfrage der in Duisburg versammelten Vereine wissen ließ: Es gebe doch genug aufstiegswillige Klubs, die gern in der NRW-Liga spielen würden.
Doch Spvgg.-Geschäftsführer Wolfgang Urbanczyk hat da leise Zweifel. „Mein Eindruck ist, dass viele Vereine sich in Duisburg erst einmal informiert haben“, so der Oer-Erkenschwicker. „Aber ob sie am Ende auch tatsächlich aufsteigen, das steht auf einem anderen Blatt.“

von Thomas Braucks

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